Verkehrsführung

Reinbeks neuer Bushalt erfordert Umbauten

VHH-Betriebsplaner Nils Dahmen schildert die Probleme, die bei einem neuen Stopp zu lösen wären.

VHH-Betriebsplaner Nils Dahmen schildert die Probleme, die bei einem neuen Stopp zu lösen wären.

Foto: Susanne Tamm

Die Barrierefreiheit wäre an beiden Standorten gegeben – und an beiden wären technische Lösungen erforderlich.

Reinbek.  Die zentrale Bushaltestelle in der Stadt soll barrierefrei umgestaltet werden – das steht für alle Fraktionen fest. Auch Nils Dahmen, einer der Betriebsplaner der Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein (VHH), berichtete jetzt dem Bau- und Planungsausschuss, dass die Busfahrer der VHH den aktuellen Zustand an der heutigen Bergstraße beklagen. „Die Haltestelle Bergstraße wird der Barrierefreiheit nicht mehr gerecht“, stellte der Planer klar. „Und sie ist zu kurz, zwei Busse können dort hintereinander nicht halten.“

Doch beide Standorte, die in der Diskussion seien, würden neue verkehrstechnische Lösungen erfordern. „Es ist ein Spagat vonnöten, um den Fahrplan einhalten zu können“, erläuterte er den Politikern. „Aus betrieblicher Sicht wäre es das Beste, wenn die Busse der verschiedenen Linien vom S-Bahnhof aus in alle Richtungen abfahren würden. Bei beiden neuen Standorten wäre es aber so, dass mehrere Busse gleichzeitig über einen engen Korridor die nächste Haltestelle im Zentrum anfahren müssen.“

Unkalkulierbar: Risiko für Einhaltung des Fahrplans

Technisch lösbar seien beide Planungsvarianten, sagt Nils Dahmen. Er schilderte die Probleme, die die neuen Haltestellen mit sich bringen würden. „Wir sind die neuen Wege heute Morgen extra noch einmal abgefahren“, sagte er.

Die Wildkoppel scheint auf den ersten Blick die einfacheren Anforderungen an die Planer zu stellen: „Aber dort müssten zwei Buslinien mehr halten und abgefertigt werden als heute an der Bergstraße“, erläuterte der VHH-Planer. Denn heute sei die Straßen An der Wildkoppel nur eine Durchfahrtsstation.

Es geht auch um Anschlüsse an anderen Haltestellen

Das Problem: „Dort können die Busfahrer die Ampel zum Landhausplatz erst auslösen, sobald die Tür zugeht. Wenn dort mehrere Busse stehen, ist die Wartezeit ein unkalkulierbares Risiko für die Einhaltung des Fahrplans.“

Halten die Busse hingegen an der nördlichen Bahnhofstraße – der derzeit von der Politik favorisierte Standort – verzögern sich die Fahrten über die Sophienstraße. Zunächst können die Busse nicht um den Taxistand herum fahren, um zu wenden. „Dort ist einfach zu wenig Platz. Deshalb müssen die Busse 200 Meter weiter fahren – und ein Pausenplatz für die Busse fällt dadurch auch weg“, beschrieb Nils Dahmen einige Nachteile. Auch wenige Hundert Meter, also wenige Minuten mehr, müsse man beim Fahrzeitbedarf bedenken: „Denn es geht auch um die Anschlüsse an anderen Haltestellen, etwa am Bahnhof Bergedorf oder in Ohe-Sachsenwaldau.“

Die Busse werden immer größer

Vor allem aber erfordere die Einmündung der Sophien- in die Bahnhofstraße einige Veränderungen: „Die Einfahrt in die Sophienstraße vor der Post muss ausgeweitet werden und voll signalisiert werden“, betont der VHH-Planer. „Wir sind gerade mit Ach und Krach um die Ecke gekommen. Dabei ist auch zu bedenken, dass die Busse immer größer werden.“

Nils Dahmen stellte fest: „Die Lösung an der Bergstraße zieht ganz schön was nach sich.“ Drei Ampelschaltungen müssten in Einklang gebracht werden, damit die Busse weiter in zwei Minuten vom Bahnhof an den Landhausplatz gelangen: eine neue an der Einmündung, die Fußgängerampel an der Bahnhofstraße und die am Landhausplatz.

Beide Varianten werden nochmals beraten

Die Politiker haben die Planungskosten für den Standort Bahnhofstraße in Höhe von 62.000 Euro zunächst einstimmig beschlossen. Sie haben jedoch verabredet, dass sie auf Grund der Erläuterungen von Dahmen im Februar noch einmal über beide Varianten beraten wollen.