Verkaufsausstellung

Zauberhafte Unikate bei der Reinbeker „Schloss Partie“

Inneneinrichtung und Couture bietet die gebürtige Engländerin Bianca Demsa mit ihrem Unternehmen Grace & Holmes an, z. B. den typischen blauen Trench nach englischem Vorbild.

Inneneinrichtung und Couture bietet die gebürtige Engländerin Bianca Demsa mit ihrem Unternehmen Grace & Holmes an, z. B. den typischen blauen Trench nach englischem Vorbild.

Foto: dörte hoffmann / Dörte Hoffmann

Gut 2000 Besucher lockte die erste Ausgabe der „Schlosspartie“ nach Reinbek. An zwei Tagen verwandelte das Schloss sich in eine Einkaufsmeile.

Reinbek.  Schmuck, Designermode, Bilder, Wohnaccessoires, feinste Stoffe, Antiquitäten und erlesenes Handwerk – die erste „Schloss Partie“ hat sich als würdiger Ersatz für den langjährigen „Novemberzauber“ der Familie von Hobe erwiesen. Am Wochenende verwandelte sich Reinbeks Wahrzeichen am Mühlenteich in eine edle Einkaufsmeile, in deren Rahmen gebummelt, geschaut und gekauft wurde – bei mehr als 40 Ausstellern im alten Schlossgemäuer.

Schuhdesigner Antonio Pelaez Saiz, der aus Barcelona stammt und inzwischen mit seiner Familie in Paderborn lebt, präsentierte seine kleinen Schuhmanufaktur „Cleekiss“. Das besondere dieser Pumps, Stiefeletten oder Slipper: Sie können ihr Aussehen mit einem Klick verwandeln. Zu jedem maßgefertigten Schuh werden mehrere Aufsetze mitgeliefert. Eine wunderbare Idee zur Nachhaltigkeit von Schuhen, die jedoch ihren Preis hat.

Rundum stimmige Atmosphäre

Handgemacht sind die Brillen von Augenoptikermeister Jörn Dackow aus Henstedt-Ulzburg: „Nach 13 Jahren als Filialleiter einer großen Optikerkette habe ich mich wieder auf das alte Handwerk besonnen.“ Nach seiner Kündigung wanderte er zu erst einmal nach Venedig, „denn hier wurden im 13. Jahrhundert die ersten Brillengläser gefertigt“. Anschließend erfüllte er sich den Traum einer eigenen kleinen Brillenmanufaktur und kreiert außergewöhnliche Gestelle.

Für das leibliche Wohl samt leckerer Torten sorgte Familie Bringezu, die Pächter vom Schloss-Restaurant. Die Atmosphäre war rundum stimmig: Anke Conradi und Susann Pötter vom Schloss-Team können zufrieden sein mit ihrem neuen Konzept für die historischen Räume: „Wir haben uns zahlreiche Märkte angeschaut und auch gegoogelt, was es so alles gibt.“ Bei der Akquise der Händler hätten sie schnell gemerkt: Ein Schloß kommt immer gut an. Was sie an Händlern, Manufakturen und Kunsthandwerkern zusammengetragen haben, begeisterte die Besucher am Sonnabend und Sonntag.

Wertvoller Bärlauch als Gemüse und Heilpflanze

„Der Bärlauchbauer“ war beispielsweise ein interessanter Stand im Erdgeschoss. Hier verkauften Frauke Büker und Victor Krohmer ausschließlich Bärlauch in Tüten zu jeweils 100 Gramm. Die Besucher erfuhren, dass man durch Schockgefrieren die Pflanze haltbar gemacht hat „Unser Bärlauch wächst im Teutoburger Wald und wird nicht mit anderen Kräutern, Pflanzen oder Gemüse vermengt.“ Und da sich das Wildgemüse auch als Heilpflanze einen Namen gemacht hat, verkaufte sich eine Tüte für 14,90 Euro recht gut.

Man muss nur Ideen haben, dann kommt der Erfolg von ganz alleine. Diese Erfahrung machte Jessica Karstens, denn: Was sollte sie bloß mit den ganzen Bildern machen, die sie geerbt hatte? Mutter, Großmutter und Großtante hatten gemalt und der Nachwelt Kunstwerke hinterlassen. „Jetzt kaufe ich alte Kommoden und male sie passend zu einem dieser Werke farblich an“, erzählt die sympathische Wentorferin.