Recyclinghof der AWSH

Hier türmen sich Reinbeks Laubberge

Torsten Bentien ist eine der Fachkräfte des Recyclinghofes in Reinbek.

Torsten Bentien ist eine der Fachkräfte des Recyclinghofes in Reinbek.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

500 Kunden kommen zurzeit täglich auf den Recyclinghof in Reinbek. In wenigen Wochen sammeln sich rund 4000 Kubikmeter Grün an.

Reinbek.  Was wäre ein gemütlicher Herbstspaziergang ohne die farbenfrohe Blätterpracht, ohne das Rascheln unter den Füßen vom herabgefallenen Laub? Doch sobald der Regen fällt und die Blättermassen in eine Rutschbahn für Fußgänger und Radfahrer verwandelt, ist das Laub nicht nur störend, sondern auch gefährlich. Grundstückseigentümer sind deshalb verpflichtet, Fuß- und Radwege zu räumen. Die Reinigung auf öffentlichen Flächen wie Straßen und Gehwegen übernimmt der Bauhof.

Da vor allem Anfang November in der Stadt im Grünen ordentliche Mengen an Laubabfall anfallen, haben die Mitarbeiter des Recyclinghofes der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) an der Glinder Straße allerhand zutun. „Im Schnitt kommen zurzeit 500 Leute täglich zu uns“, sagt Marc-André Wieglow, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft beim AWSH.

Aus dem Laub wird Kompost

Immer wieder fahren bei der AWSH an der Glinder Straße Autofahrer vor, die Kofferraum- oder Anhängerladungen voller Grün auf dem Riesenberg auf dem Gelände abladen. Bereits um 10 Uhr morgens, wenn die Mitarbeiter die Pforte gerade erst geöffnet haben, stehen sie Schlange. „Sonnabends ist es besonders stressig. Ab 11 Uhr geht es richtig los“, sagt Torsten Bentien vom Recyclinghof. Auch freitags und montags herrscht Hochbetrieb.

Gemeinsam mit Baum- und Heckenschnitt sammeln sich innerhalb von zwei Monaten 4000 Kubikmeter Grün an. Allein die Stadt bringt täglich 40 Kubikmeter. 2018 fielen am Reinbeker Recyclinghof 5559,86 Tonnen Grünabfall an, an allen Höfen im gesamten Kreis 15.570,97 Tonnen. Die AWSH bewirtschaftet 13 Recyclinghöfe. Reinbek ist der am meisten Frequentierte. In diesen Tagen fahren die Mitarbeiter den Abfall ab, um ihn zur Weiterverarbeitung abtransportieren zu lassen. In Kompostierungsanlagen der Buhck-Gruppe in Wiershop entsteht innerhalb von zwölf Wochen aus dem Reinbeker Grünabfall Kompost. Letztlich wird der in Garten- und Landschaftsbaubetrieben und in der Landwirtschaft als Dünger verwendet, der Stoffkreislauf ist somit geschlossen.

Anwohner auch in der Pflicht

Auch der Bauhof der Stadt ist täglich im Einsatz, um die Laubberge zu beseitigen. Gut 5000 Bäume stehen entlang der Verkehrswege in Reinbek und auf öffentlichen Grünanlagen. Mit Laubbläsern und -saugern fahren die Mitarbeiter die Straßen ab, ein Wegewart ist auch dabei.

Für die an ihr Grundstück angrenzenden Wege sind jedoch Anwohner selbst verantwortlich. „Recht häufig melden sich Bürger, wenn Gehwege nicht gereinigt wurden“, sagt Jenny Laue aus dem Bereich öffentliche Sicherheit. Die Stadt wendet sich dann an die Eigentümer. Sollten diese nicht reagieren, kommen sie für die Beseitigungskosten auf. Auch ein Bußgeld droht.