Mammobil

Reinbek: Immer mehr kommen zur Brustkrebsvorsorge

Yvonne Wodtke-Dmoch ist eine der geschulten Mitarbeiterinnen des Mammobils. Dieses Röntgensystem wird für die Untersuchung der Frauen genutzt.

Yvonne Wodtke-Dmoch ist eine der geschulten Mitarbeiterinnen des Mammobils. Dieses Röntgensystem wird für die Untersuchung der Frauen genutzt.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Das Mammobil – eine mobile Vorsorgestation – ist bis Dezember in Reinbek. 6700 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren sind zur Untersuchung eingeladen.

Reinbek. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. 17.100 Frauen sterben bundesweit jährlich an den Folgen der Erkrankung – 640 davon im Bundesland. Gerade deshalb ist die regelmäßige Vorsorge so wichtig. Alle zwei Jahre haben Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die kostenfreie Möglichkeit, eine sogenannte Mammographie, also eine Früherkennungsuntersuchung, zu beanspruchen. 6700 Frauen aus Reinbek und den umliegenden Gemeinden sind eingeladen, den Termin im Mammobil an der Sachsenwaldstraße wahrzunehmen.

„Wir merken, dass es mehr Frauen werden“, sagt Beatrix Philip (55), die seit zwölf Jahren Röntgenassistentin im Mammobil ist. Beim letzten Screening 2017 wurden noch 6170 Frauen eingeladen, 3063 kamen auch tatsächlich zur Untersuchung. Momentan zeichne sich eine höhere Beteiligung als vor zwei Jahren ab, so die Auskunft aus dem Radiologie- und Screeningzentrum in Lübeck. Der programmverantwortliche Arzt des Screeningzentrums, Dr. Dragan Brodnjak, bewertet das positiv. Denn es sei bewiesen, dass die Prognose besser sei, je früher der Krebs erkannt werde. „Je kleiner der Tumor, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass er gestreut hat.“

„Aggressive Tumore sind sehr selten“

Auch therapeutische Methoden seien heute wesentlich besser als noch vor 20 Jahren. Zwar könne durch die Vorsorgeuntersuchung nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau am Mammakarzinom, also Brustkrebs, erkrankt, doch könne das Risiko wesentlich minimiert werden. „Hochaggressive, schnell wachsende Tumore sind zum Glück sehr selten“, so Brodnjak. Im Mammobil in Reinbek bemühen die geschulten Röntgenassistenten sich darum, die Vorsorge für die Patientinnen so angenehm wie möglich zu gestalten. „Einige sterben vor Angst, andere sind da ganz locker. Deshalb führen wir sie vorsichtig durch die Untersuchung“, sagt Philip. Die dauert in der Regel nicht länger als fünf Minuten. Das moderne Röntgensystem, mit dem die Mammobile ausgestattet sind, macht mehrere Aufnahmen der Brust in hoher Auflösung. „Damit die Ärzte auch wirklich alles erkennen können“, so Beatrix Philip.

Zwei Radiologen begutachten die Röntgenaufnahmen, auf denen das Brustgewebe zu sehen ist, unabhängig voneinander und auf den Millimeter genau, um Veränderungen des Gewebes zu erkennen. Nach gut einer Woche erhalten die Frauen dann Post aus dem Screeningzentrum.

Die Hälfte der Frauen geht zur Vorsorge

In den vergangenen zwölf Jahren wurden 500.000 Frauen aus dem östlichen Schleswig-Holstein – zwischen Fehmarn und Lauenburg – zur Untersuchung eingeladen. Gut die Hälfte nutzte das Angebot. 23.200 Frauen wurden nach dem Befund für weitere Untersuchungen nach Lübeck eingeladen. Die meisten Befunde waren positiv, bei knapp 2300 Frauen wurden jedoch Karzinome – bösartige Tumore – diagnostiziert. In den wenigsten Fällen sind die Tumore größer als zwei Zentimeter oder gibt es Hinweise auf eine Streuung. Noch immer ist die Mammographie international die einzige wissenschaftlich erwiesene effektive Maßnahme zur Früherkennung.