Lösung gesucht

Awo kündigt den Mensabetrieb am Sachsenwaldgymnasium

Leere Tische und Stühle – Die Mensa im Gymnasium Reinbek könnte bald ungenutzt sein (Symbolfoto).

Leere Tische und Stühle – Die Mensa im Gymnasium Reinbek könnte bald ungenutzt sein (Symbolfoto).

Foto: Finn Fischer

Die Sachsenwaldschule steht ab 1. November ohne Betreiber da. Deshalb arbeiten Stadt und Schule nun auf Hochtouren an einer Lösung.

Reinbek. Verwaltung, Politik und Mensabetreiber versuchten noch, einen Kompromiss zu finden, den Betrieb am Gymnasium Sachsenwaldschule zu bezuschussen. Doch nun steht es fest: Die Arbeiterwohlfahrt Hamburg Dienste GmbH zieht sich als Caterer zurück. Alle Bemühungen, kostendeckend zu arbeiten, seien vergeblich gewesen, wie Frank Krippner, Leiter der Unternehmenskommunikation der Awo, am Freitag bestätigte.

Anfang September reichte die Awo die Kündigung zum Ende dieses Monats beim Träger, der Stadt Reinbek, ein. Am kommenden Dienstag öffnet sie dann zum letzten Mal für die mehr als 1000 Schüler. Die Stadt bemüht sich zwar, schnell eine Lösung zu finden, doch es wird wohl zunächst auf ein Provisorium hinauslaufen. „Ich hoffe, dass wir im Januar oder Februar einen neuen Betreiber haben“, sagt der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums, Sebastian Stemmler.

Ausschreibung so schnell wie möglich

Die Gespräche zwischen Schulleitung und Stadt sind im vollen Gange. „Es soll nahtlos weitergehen“, bestätigt die stellvertretende Leiterin des Amtes für Bildung und Stadtleben Marion Jonsson. „Die Leistung wird so schnell wie möglich ausgeschrieben.“

Wie berichtet, stellte die Awo einen Antrag für einen Zuschuss von 1190 Euro pro Monat bei der Stadt, um kostendeckend arbeiten zu können. Denn die Erwartung, 240 bis 360 Schüler für das Mensaessen zu gewinnen, wurde weit verfehlt: Im Schnitt essen nur 70 Kinder in den Pausen in der Mensa. „Die Stadt war bereit, der Awo einen Zuschuss zu geben“, sagt der stellvertretende Schulleiter. Die endgültige politische Entscheidung wurde zwar nicht getroffen, doch so weit konnte es auch nicht kommen, die Kündigung der Awo kam zuvor.

Umfrage unter Schülern und Eltern

Da es nun bereits der zweite Caterer ist, der an dem Betrieb an der Schule scheitert, arbeiten Stadt und Schule Ausschreibung und Konzept für die Mensa neu aus. So startete die Schulleitung des Gymnasiums eine Umfrage unter Schülern und Eltern. Denn das Problem seien nicht die ausbleibenden Schüler. „Die Mensa ist regelmäßig rappelvoll“, sagt Stemmler. Das Angebot müsse jedoch nach den Wünschen der Schüler angepasst werden. „Attraktiv ist belegte Ware sowie die Salatbar“, weniger warme Mahlzeiten, bestätigt Stemmler. Er stelle sich eine Art Schulbistro mit erweitertem Mittagsbetrieb vor. „Das muss jedoch im Detail noch mit der Stadt besprochen werden.“

Das schwierige am Mensabetrieb am Gymnasium sei die Planungsunsicherheit. An manchen Tagen fragen mehr als 100 Schüler eine warme Mahlzeit an. Freitags jedoch erheblich weniger. „Nicht allzu viele Schüler sind wirklich auf das warme Mensaessen angewiesen. Es konzentriert sich auf Fünft- und Sechstklässler“, sagt Stemmler. „Vielleicht hat ein kleinerer Anbieter eher eine Chance.“