Nationales Naturerbe

Der Wald der Wentorfer Lohe wird weiter umgebaut

Borkenkäfer wie diese haben sich auch in der Lohe breit gemacht.

Borkenkäfer wie diese haben sich auch in der Lohe breit gemacht.

Foto: JENS MEYER / AP

Der Borkenkäfer hat sich in den Nadelholzbeständen breit gemacht. Auch deshalb werden Fichten, Douglasien und Lärchen gefällt.

Wentorf. Gestern haben Waldarbeiter im Auftrag der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein begonnen, den Fichtenbestand im Osten der Lohe weiter zu reduzieren. Die nächste Etappe im schrittweisen Waldumbau. Beauftragt ist damit die Firma Silvaconcept, die zuletzt im Frühling 2018 in der Wentorfer Lohe 7000 Buchen gepflanzt hat. Förster Martin Schnipkoweit berichtet, dass sie jetzt nicht umhin kommen, mit dem Hawester weitere Fichten zu fällen und zu entnehmen.

Ziel ist ein lichter Mischwald. In verschiedenen Bereichen sollen die Nadelholzbestände durchforstet werden. Durch das Fällen von Fichten, Lärchen und Douglasien bekommen vorhandene Laubbäume mehr Platz und Licht zum Wachsen. Damit werde langfristig die natürliche Entwicklung zu einem Naturwald mit standort-gerechten Gehölzen eingeleitet. Von der Durchforstung profitieren Eberesche, Hasel, Stieleiche, Hainbuche, Bergahorn und Schwarzerle. Sie können künftig unter dem gelichteten Schirm der Nadelbäume besser keimen.

Nebeneffekt: Dem Borkenkäfer wird es schwer gemacht

Gleichzeitig beugen die Waldexperten dem vermehrten Auftreten des Borkenkäfers vor. Der hat sich in den plantagenartigen Nadelholzbeständen breit gemacht, wie Förster Martin Schnipkoweit berichtet. Hierzu werden absterbende Bäume nahe des Wegenetzes gefällt, um Gefahren für Spaziergänger auszuschließen. Während der Arbeiten können in den nächsten zehn Tagen auch Reit- und Wanderwege sicherheitshalber gesperrt werden.

Bis 1994 diente die Lohe der Bundeswehr als Truppenübungsplatz, noch bis 1997 galt sie als militärisches Sicherheitsgebiet. Seit Mitte der 1990er-Jahre haben die drei Anliegergemeinden Wentorf, Wohltorf und Börnsen versucht, das Gelände mit insgesamt 230 Hektar Fläche vom Bund zu erwerben. 2007 erregten Holzeinschläge in den alten Eichen im Auftrag des Bundes starke Kritik. Damals kam die Idee auf, die Lohe für das Projekt Nationales Naturerbe anzumelden. 2012 hat der Bund das Areal der Stiftung übertragen.