Pantomime

Elie Levy gastiert in Reinbek - Er kennt die Körpersprache

Bei einem gespielten Verhör assistiert Elie Levy (links) der Wentorfer Roland Thietje auf der Bühne.

Bei einem gespielten Verhör assistiert Elie Levy (links) der Wentorfer Roland Thietje auf der Bühne.

Foto: dörte hoffmann / Dörte Hoffmann

Ohne Worte: Pantomime-Künstler Elie Levy gibt Einblicke in die Geheimnisse der Körpersprache. Dem Publikum hat es gefallen.

Reinbek. Der Andrang war groß im Spielraum des VHS-Theaterensembles in der Volkshochschule – Dabei stand nur ein Name auf dem Programm des Abends: Elie Levy. „Ich kenne ihn aus dem Fernsehen“, verriet Roland Thietje. Der 55-jährige Wentorfer sicherte sich einen Platz in der ersten Reihe, um seinen Star aus der Kindheit ganz nah betrachten zu können. „Das ist bestimmt mehr als 40 Jahre her. Da trat er in verschiedenen Shows, etwa bei Rudi Carrell, als Pantomime auf“, sagte er. Auch beispielsweise Susanne Werner, die aus Witzhave nach Reinbek kam, erinnerte sich an den leisen Künstler mit der irren Mimik. Kein Wunder, dass eine Zuschauerin zum Ende des Vortrages fragte, ob er nicht noch etwas als Pantomime zeigen könne.

Dabei hatte Elie Levy in den vorherigen zwei Stunden bereits vorgeführt, dass er ein Meister seines Fachs ist. Ob schüchtern, unsicher oder aber stark und überlegen – alles schlägt sich in einer eindeutigen Körpersprache nieder. Viele Menschen spielen aber Theater und manipulieren ihr Gegenüber mit ihrer nonverbalen Kommunikation. Levys Beispiele, wie Sportler oder speziell Fußballer, Politiker und Wirtschaftsbosse sich bewegen, überzeugten das Publikum von seiner Beobachtungsgabe. „Wer lügt, spielt meist mit Dingen herum, während er spricht, und kann seinem Gegenüber nicht in die Augen gucken“, hat er gelernt.

Ein latschender König bringt ihn auf die Idee

Mimik habe viel mit Instinkt zu tun, erklärte er dem Reinbeker Publikum. Aber leider würde man im Laufe seines Lebens viel davon verlieren und stattdessen viel Theater um eine Sache machen. „Manchmal sehen und hören wir falsche Signale“, klärte er auf. Wenn ein Mann etwa zuviel Schmuck trage, sei er nicht reich, sondern schlicht ein Angeber.

„Auf die Idee, ein Programm zu den Geheimnissen der Körpersprache zu machen, bin ich bei einem Opernbesuch gekommen“, erzählte er mit seinem charmanten französischen Akzent. Da sei der König derart langweilig über die Bühne geschlichen, das hätte überhaupt nicht zu seiner Rolle gepasst.

Schon als Kind beobachtet er genau

Der quirlige Mann, Baujahr 1951, ist in Israel mit drei Brüdern aufgewachsen: „Da war so ein buntes Durcheinander an Menschen und Sprachen, von denen ich meistens nichts verstand.“ So habe er schon als Kind gelernt, genau zu beobachten, erklärte er.

Nach der Schauspielausbildung ging er nach Frankreich, um die Kunst der Pantomime zu studieren. Es folgten viele erfolgreiche Jahre in dieser Kunst, bevor er sich den Geheimnissen der Körpersprache widmete. „Oft ziehen wir falsche Schlüsse aus dem, was wir sehen“, erklärte der Vater zweier Kinder, der mit seiner Familie heute in Hamburg-Eppendorf lebt.

Auch als Pantomime beeindruckt er immer noch

Zum Schluss gab er tatsächlich noch eine kurze Kostprobe seiner eindrucksvollen Kunst als Pantomime. Elie Levy setzte sich verschiedene Masken auf und zeigte dazu sparsame Gesten. Mal windete er sich unsicher, mal protzte er – aber beides so echt, dass es kaum zu glauben war. „Ein toller Abend“, sagte Roland Thietje erfreut, der sogar einmal vom Künstler auf die Bühne geholt wurde, um die Tricks eines Verhörs mit Körpersprache zu zeigen.