Park and Ride

Bismarck kündigt Parkfläche - Aumühle droht Pendler-Chaos

Dicht an dicht stehen wochentags die Fahrzeuge auf dem Platz vor der Reithalle in Bahnhofsnähe.

Dicht an dicht stehen wochentags die Fahrzeuge auf dem Platz vor der Reithalle in Bahnhofsnähe.

Foto: Stephanie Rutke

Familie Bismarck kündigt den Vertrag für Fläche vor der Reithalle – Für Parkdeck fehlt ein Areal.

Aumühle.  Die Mitglieder des Finanzausschusses der Gemeinde haben jetzt über ein Thema zu beraten, das in Zukunft zu Problemen für viele Berufspendler führen könnte: Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ging es um die Kündigung des Grundstückspachtvertrages „Parkplatz Reithalle“ durch den Verpächter.

„Verpächter ist die Familie von Bismarck“, bestätigt Aumühles Bürgermeister Knut Suhk. Der Vertrag sei zum Jahresende gekündigt. Bisher hatte die Gemeinde das Areal vor der Reithalle kostenfrei gepachtet. Der Flächennutzungsplan sieht hier nur Wald vor, das Parken wird seit 20 Jahren vom Kreis geduldet. Der Platz wird jedoch werktags von bis zu 80 Pendlern gern genutzt, die mit der S-Bahn weiterfahren. Es handelt sich also nicht um einen offiziellen Parkplatz. Die Finanzpolitiker haben daher dazu auch keinen Beschluss gefasst.

Keine Stellflächen in Bahnhofsnähe

„Wir sehen uns jetzt nach Alternativen um“, sagt Suhk. Und genau hier liegt das Problem: In Bahnhofsnähe gibt es keine freien Flächen, die als Stellflächen genutzt werden könnten. Zwar ist direkt neben dem Bahnhofsgebäude einen Park-and-Ride-Platz ausgewiesen. Doch 50 Stellplätze reichen bei Weitem nicht aus für die Zahl der Berufspendler. Der Bürgermeister sieht die Vertragskündigung als Startschuss, jetzt dringend in Bahnhofsnähe ein Parkdeck zu errichten.

Seit Jahren plant die Gemeinde dieses Projekt und hat dafür eine Grünfläche gegenüber des Bahnhofs vor dem Restaurant Waldesruh am See im Blick. Dieses Gelände gehört ebenfalls der Familie von Bismarck. Das gesamte Areal soll seit Langem überplant werden. Knut Suhk will jetzt das Gespräch mit Gregor von Bismarck suchen, um eine Lösung zu finden.

Pendlern war Zufahrt versperrt

Wie schwierig die Situation in der Sachsenwaldgemeinde werden könnte, hat kürzlich die Sperrung der Bahnbrücke gezeigt: Den Pendlern aus Dassendorf war die Zufahrt zum Parkplatz vor der Reithalle und zum Park-and-Ride-Parkplatz versperrt. Hier herrschte während der Bauzeit zwar gähnende Leere. Dafür parkten mindestens 150 zusätzliche Fahrzeuge wochenlang an Aumühles Straßen rund um den Bahnhof – sehr zum Ärger der Anwohner. Angesichts der Parksituation hat die Polizei im September ein Auge zugedrückt, nicht kontrolliert. Dauerhaft sei es allerdings keine Lösung, die Straßen zuzuparken, betont Suhk.

Abgesehen von der Parkproblematik bemüht sich die Gemeinde aktuell darum, dass der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) Aumühle in seinen Großbereich-Tarif aufnimmt. Damit würden viele Aumühler und Wohltorfer nicht mehr per Pkw nach Reinbek fahren, um erst dort in die S-Bahn Richtung Hamburg zu steigen. Unerwünschter Nebeneffekt: Die Stellplatznot in beiden Gemeinden würde weiter steigen.