Schuleinbrüche

Einbrecher randalieren auch im Sachsenwaldgymnasium

Unbekannte Einbrecher haben eine Backsteinmauer mit einem Graffito besprüht und  in Fluren Feuerlöscher geleert.

Unbekannte Einbrecher haben eine Backsteinmauer mit einem Graffito besprüht und in Fluren Feuerlöscher geleert.

Foto: Susanne Tamm

Reinbek/Ahrensburg. Die Täter sind kaum zu fassen: Sicherheitskameras sind teuer und nicht mit dem Datenschutz vereinbar.

Reinbek/Ahrensburg. Randalierer sind vermutlich am vergangenen Wochenende durch ein rückwärtiges Fenster in das Sachsenwaldgymnasium eingedrungen. Am Montagmorgen entdeckten die Hausmeister die Schäden: Feuerlöscher waren entleert, das feine Pulver und Toilettenpapier auf den Gängen verteilt, Tische und Stühle zusammengeschoben. Zudem haben die Einbrecher ein Graffito an eine Backsteinwand gesprüht. Die Polizei ermittelt wegen Einbruchs und „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“. „Wir haben die Spuren aufgenommen und müssen jetzt erst einmal das Ergebnis abwarten“, berichtet Andreas Appel, stellvertretender Kripo-Leiter in Reinbek.

Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. „Wir wissen noch nicht einmal, wie das Graffito wieder entfernt werden kann“, berichtet Hausmeister Schröder. Das Fenster ist bereits gesichert, eine Spezialreinigung soll noch das feine Pulver von den Fluren entfernen.

Vier Schuleinbrüche in Ahrensburg

Auch die Ahrensburger Kriminalpolizei sucht weiter nach den Einbrechern, die in den vergangenen Wochen in vier Schulen der Schlossstadt eingedrungen sind. Die Kriminellen hatten iPads, Bargeld und Tresore gestohlen und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. „Wir haben die Täter bislang noch nicht gefasst“, sagt Ahrensburgs Kripo-Chef Ralf Lorenzen. Details will er nicht nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Das Problem: Bei ihren Nachforschungen können die Beamten nur auf die Ergebnisse der Spurensicherung zurückgreifen. Die Experten haben die drei Tatorte – die Grundschule Am Reesenbüttel, die Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und das Schulzentrum Am Heimgarten – nach den Einbrüchen unter die Lupe genommen.

Kameras machen eine Ermittlung einfacher

Eine Videoüberwachung gibt es bislang weder am Reinbeker Gymnasium noch an den Ahrensburger Schulen. „Mit Fotos aus einer Überwachungskamera ist es immer leichter, den Täter zu ermitteln“, sagt Lorenzen. Zumal dieser in solchen Fällen häufig einen Bezug zur Schule habe. „Dann könnte er auf Bildern leicht identifiziert werden.“

Ob es auch bei den aktuellen Taten einen Bezug gibt, darüber könne zurzeit nur spekuliert werden. „Es muss nicht zwingend so sein“, sagt der Kripo-Chef. „Da eine der Schulen aber gleich zweimal von Einbrechern aufgesucht wurde, scheint eine gewisse Affinität zu der Einrichtung wohl gegeben.“

Datenschutz und Kosten erschweren Überwachung

Andreas Appel sagt: „Eine Videoüberwachung wäre natürlich eine Möglichkeit, ist aus Datenschutzgründen aber schwierig. Außerdem verursacht sie hohe Kosten.“

Die Entscheidung über eine Videoüberwachung treffe nicht die Polizei, sondern sei Sache der Schulleitung beziehungsweise der Stadt als Schulträger. Für die Verwaltung kommt dieser Schritt zurzeit nicht in Frage. „Es gibt sehr hohe rechtliche Hürden für eine Videoüberwachung während des Schulbetriebs“, sagt Robert Tessmer, der für Schulen zuständige Fachdienstleiter im Ahrensburger Rathaus. Insbesondere aus Gründen des Datenschutzes. Außerhalb der Unterrichtszeiten wäre es zwar möglich, „aber wir müssten dann auch für Licht am Gebäude sorgen, damit die Kameras funktionieren“, sagt Tessmer. „Wir müssen hier Aufwand und Nutzen gegeneinander abwägen.“

Barsbüttel rüstet auf, schafft mehr Kameras an

Das gelte auch für die Installation von Alarmanlagen, die Einbrecher möglicherweise abschrecken. Im Schulzentrum Am Heimgarten allerdings entkamen die Täter am 27. September trotz einer solchen Anlage unerkannt.

In Barsbüttel hat man sich hingegen 2018 für vier Kameras an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule entschieden, die nur außerhalb des Unterrichts filmen. Da sie nicht das gesamte Gelände abdecken, will die Gemeinde zehn weitere Kameras für rund 17.000 Euro einzubauen.