Freiwillige Feuerwehr

FF Reinbek und FF Sulzbach: Freunde seit fast 50 Jahren

FF-Urgestein und Ehrengemeindewehrführer Gerd Tamm (rechts) freut sich mit Kommandant Alexander Hübner über das neue Schild für den Reinbeker Maibaum.

FF-Urgestein und Ehrengemeindewehrführer Gerd Tamm (rechts) freut sich mit Kommandant Alexander Hübner über das neue Schild für den Reinbeker Maibaum.

Foto: dörte hoffmann / Dörte Hoffmann

Reinbek. 54 Gäste aus Sulzbach waren zu Gast bei der Fahrzeugweihe der Reinbeker Brandschützer. Die Freundschaft währt schon seit Jahrzehnten.

Reinbek.  Einige Sulzbacher waren am Wochenende dieses Jahr bereits zum zweiten Mal zu Besuch in Reinbek. Denn im Frühjahr brachten Kameraden der dortigen Freiwilligen Feuerwehr einen neuen Stamm für den traditionellen Maibaum mit einem Sondertransport in die Sachsenwaldstadt. So erzählte es Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn jetzt beim Festakt zur Übernahme des neuen Löschfahrzeugs HLF 20, zu dem die Reinbeker Brandschützer ihre Freunde aus Sulzbach eingeladen hatten. 48 Erwachsene und acht Kinder waren der Einladung gefolgt.

Eine Lehrerin sorgte für den Kontakt

„Diese Freundschaft besteht bereits seit 1970“, sagt Gerd Tamm, Reinbeks Ehrengemeindewehrführer. Damals besuchte die sogenannte Weckerlinie der FF Sulzbach an der Murr (Baden-Württemberg) die Berufsfeuerwehr Hamburg und übernachtete im Reinbeker Schützenhof an der Schönningstedter Straße. Denn die Tochter des Kreisbrandmeisters Schäffer vom Rems-Murr-Kreis, zu dem die FF Sulzbach gehört, arbeitete als Lehrerin in Reinbek. Dadurch nahmen die Kameraden aus der Region Stuttgart auch Kontakt zu den Reinbeker Feuerwehrleuten auf – der Beginn einer jahrzehntelangen Freundschaft. Außer offiziellen Besuchen sorgten immer auch zahlreiche private Reisen der Brandschützer dafür, dass die Kontakte zwischen beiden Wehren sich immer weiter vertieften. Es entstanden viele Freundschaften und sogar Ehen.

„Unser Ort ist mit 5350 Einwohnern zwar viel kleiner als Reinbek, aber dafür an Fläche zehn Quadratkilometer größer“, verriet Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn. Der idyllische Ort zwischen den Löwensteiner Bergen und dem schwäbischen Wald im Tal der Murr und der Lauter gilt als Wanderzentrum. Denn zahlreiche Nah- und Fernwanderwege führen durch den Ort sowie in die umliegenden Wälder und Höhen.

Die Retter besuchen sich gegenseitig

Auch Gerd Tamm war bereits unzählige Male mit seiner Familie dort zu Gast und gehört, wie weitere Mitglieder aus der Ehrenabteilung – etwa Peter Henoch, Manfred Wolff und Volker Thiessen – sozusagen zu den Gründungsmitgliedern der Feuerwehrpartnerschaft beider Orte. Tamm verbrachte viele Male mit Ehefrau Lotte und auch mal mit den beiden Töchtern die Ferien in Sulzbach.

Auch mit Karlheinz Hübner, einem Onkel des jetzigen Kommandanten Alexander Hübner, und Walter Gödl, ebenfalls ehemaliger Kommandant, pflegt er freundschaftliche Kontakte. Viele der alten Freunde seien inzwischen auch verstorben, bedauert Tamm und erklärt, dass ein Feuerwehrführer in Baden-Württemberg als Kommandant bezeichnet wird. Beim jetzigen Besuch gehörte auch Alexander Hübner zu den Gästen.

Kirchlicher Segen für das neue Löschfahrzeug

Im Gepäck hatten die Sulzbacher, die in einem Hotel in Billstedt übernachteten, zudem ein neues Schild für den Maibaum, das am Freitag an Ortswehrführer Hans-Jörg Haase überreicht wurde. Es dokumentiert einmal mehr die Freundschaft beider Wehren, die nächstes Jahr schon ein halbes Jahrhundert währt.

Beim Festakt, den das Blasorchester des Musikzuges der FF Wentorf-Börnsen musikalisch umrahmte, gratulierte auch Christel Osbahr (Grüne) als stellvertretende Bürgermeisterin zum neuen Wagen, der wahrlich „kein Fahrzeug von der Stange“ sei, aber ein wichtiges Hilfsmittel für die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr, „die Tag und Nacht für uns da sind“. Den kirchlichen Segen gab Pastor Dr. Ralf Meyer-Hansen von der evangelischen Gemeinde Reinbek-Mitte – Premiere bei der Einweihung eines neuen Löschfahrzeuges in Reinbek. Das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug mit einem 1800-Liter-Tank plus 120 Liter für Schaum hat knapp 500.000 Euro gekostet.