Öffentlicher Nahverkehr

HVV diskutiert neues Tarifsystem

Bahnhof Aumühle Eingang 

Bahnhof Aumühle Eingang 

Foto: Stephanie Rutke

Aumühle/Reinbek Fällt die bisherige Tarifgrenze in Reinbek? Pendler könnten davon profitieren.

Aumühle/Reinbek.  Den Fahrgästen des HVV geht es derzeit nicht anders als den Autofahrern in Aumühle und Reinbek: Alle sind schwer genervt, Mobilität sieht nach ihrer Meinung anders aus. Wie berichtet, lässt die Zuverlässigkeit der S-Bahnen einige Wünsche offen. Die Pendler fordern außerdem einen ständigen Zehn-Minutentakt über Bergedorf hinaus und einheitliche Tarife für Reinbek und die Sachsenwaldgemeinden.

Auf Landesebene wurde daher für 250.000 Euro ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, das als Basis für konkrete Anträge in Kiel dienen soll – beispielsweise für eine Taktverdichtung der S 21. Die Expertise wird laut Martin Habersaat, SPD-Landtagsabgeordneter aus Reinbek, und Lukas Kilian, CDU-Landtagsabgeordneter aus Glinde, im November erwartet.

HVV soll Tarifstrukturreform diskutieren

In Sachen Preisgestaltung sieht Habersaat jetzt endlich Licht am Ende des Tunnels: In einem Brief hat der HVV ihm mitgeteilt, dass der Aufsichtsrat beschlossen habe, dass über eine grundsätzliche Tarifstrukturreform diskutiert werden soll. Für ein derartiges Projekt rechnet der HVV erfahrungsgemäß mit etwa drei Jahren. „Endlich bewegt sich einmal etwas“, sagt der Reinbeker hoffnungsvoll. „Vielleicht gibt es bald keine Tarifgrenzen mehr. Dann wäre der Fahrpreis zumindest für die Wohltorfer und Aumühler günstiger.“ Denn zwischen Reinbek und Wohltorf verläuft die Tarifgrenze zwischen dem Gesamt- und dem Großbereich Hamburg. Für Reinbeker müsste sich der Tarif dadurch nicht unbedingt verteuern, sagt Habersaat. Er denkt dabei etwa an London, wo der Fahrkartenautomat für eine Strecke automatisch den günstigsten Tarif wählt.

Für Unverständnis bei dem SPD-Landtagsabgeordneten sorgte, dass es das Verkehrsministerium in Kiel war, das wegen der „Tarifgerechtigkeit“ darauf gedrängt habe, die Preise im Hamburger Speckgürtel zu erhöhen, um so andernorts in Schleswig-Holstein den Öffentlichen Personennahverkehr zu subventionieren. Das ergab seine Kleine Anfrage an das Verkehrsministerium.

Verkehrsminister soll gegen Preiserhöhung stimmen

Lukas Kilian zweifelt dennoch daran. Er kritisiert die Preiserhöhung des Abonnements im Gesamtbereich von 14 Euro pro Monat und setzt sich vehement für den Zehn-Minuten-Takt sowie für mehr Zuverlässigkeit auf der Strecke ein. „Der Landtag hat den Verkehrsminister beauftragt, gegen die Preiserhöhung zu stimmen. Zum ersten Mal überhaupt.“

Im November beginnen auf der Strecke von Bergedorf nach Aumühle Arbeiten am Gleisbett. An den Wochenenden 9./10. und 16./17. November geht hier ganztags nichts mehr. Von Bergedorf bis Aumühle werden Busse verkehren, die auch die Stationen Reinbek und Wohltorf ansteuern. „Weitere Arbeiten werden im Verlauf des Oktober auch unter der Woche nachts ausgeführt, was den Bahnverkehr aber nicht wesentlich beeinträchtigt“, heißt es von der S-Bahn. Direkt an diesem Wochenende müssen Fahrgäste der S 21 wegen Arbeiten zwischen Moorfleet und Berliner Tor und in umgekehrter Richtung auf Busse ausweichen.

Alle Störungsmeldungen online unter www.s-bahn.hamburg.