Kleine Anfrage

„Bürofehler“ im Landesbetrieb Ursache des Chaos

In Alt-Reinbek staut es sich zurzeit oft überall.

In Alt-Reinbek staut es sich zurzeit oft überall.

Foto: BGDZ / News & Art

Reinbek. Landtagsabgeordneter Martin Habersaat (SPD) bringt es ans Licht: LBV verständigt falsche Verkehrsaufsicht.

Reinbek. Das Verkehrschaos rund um Reinbek treibt die Autofahrer weiter an den Rand des Wahnsinns: Auch Glindes Polizeichef Axel Schindler stand gestern morgen auf der A1 im Stau: „Der Verkehr stand in Richtung Hamburg bis auf Höhe Möbel Höffner“, berichtet er. „Dann war es auf der Kreisstraße 80 in beide Fahrtrichtungen extrem voll.“ Der Blick auf die A24 zeigte das selbe Bild: Stau in beiden Richtungen. Er konnte nach Glinde abbiegen, aber wer auf dem Weg nach Hamburg Richtung Reinbek fuhr, hatte verloren. Denn die Innenstadt ist durch die gleichzeitige Sperrung der Wohltorfer Straße und der Bahnbrücke in Aumühle im Norden sowie durch die halbseitige Sperrung der Brücke auf der Schlossstraße im Süden hoffnungslos überlastet.

Landesbetrieb informiert nur Verkehrsaufsicht Stormarn

Ursache sei nicht etwa ein Unfall oder nur eine Baustelle auf einer der Autobahnen gewesen. „Die Verkehrskonzentration ist eher der Summe der Baustellen geschuldet: nicht nur in Reinbek, auch auf der Möllner Landstraße in Oststeinbek und auf dem Binnenfeldredder in Lohbrügge gibt es Sperrungen, so dass der Verkehr kaum noch abfließt“, stellt Schindler fest. Und montagmorgens sei es extrem voll.

Die mangelnde Abstimmung ist auf einen „Bürofehler“ des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein zurückzuführen, wie jetzt eine kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat ergab. Offenbar hat der LBV allein die Verkehrsaufsicht Stormarn über die Brückensperrung in Aumühle informiert. Die Verkehrsaufsicht des Kreises Herzogtum Lauenburg, in dem Aumühle bekanntlich liegt, ahnte nichts davon. Daher konnte sie diese Auskunft auch nicht an das Bauamt Reinbek weitergeben, als diese für die Wohltorfer Straße plante. Nun ist das Chaos perfekt.

Eine Software könnte Fehlabstimmungen vermeiden

Der Reinbeker Martin Habersaat, der seinen Sohn derzeit am liebsten mit dem Rad in die Kita bringt, sagt: „Aber das Schwarze-Peter-Spiel bringt uns nicht weiter. Um ähnliche Fehlinformationen künftig zu vermeiden, könnte uns eine Software weiterhelfen, wie sie Hamburger Behörden längst verwenden.“ Dort würden sämtliche Straßenplanungen eingegeben.