tonfürton

Brigitta D’Souza: Ein halbes Jahrhundert für die Musik

Brigitta D’Souza tanzt im Gründungsjahr 1969 mit den Kindern ihrer Musikschule tonfürton, damals noch unter den Räumen des evangelischen Kindergartens an der Kirchenallee.

Brigitta D’Souza tanzt im Gründungsjahr 1969 mit den Kindern ihrer Musikschule tonfürton, damals noch unter den Räumen des evangelischen Kindergartens an der Kirchenallee.

Foto: Musikschule Ton für Ton

Reinbek. Brigitta D’Souza gründete vor 50 Jahren Reinbeks erste Musikschule – Jetzt sucht sie Ehemalige.

Reinbek. Mitten im Gespräch platzt es aus Brigitta D’Souza heraus: „Ich liebe meine Musiker.“ Und die lieben sie ebenso wie ihre Musikschüler. „Neulich umfasste mich eine Achtjährige von hinten und drückte mich“, erzählt die 72-Jährige gerührt. Seit 50 Jahren vermittelt sie den Kleinsten – aber auch den Älteren – die Leidenschaft für die Musik. Am Sonnabend, 28. September, feiert Brigitta D’Souza das 50-jährige Jubiläum ihrer Musikschule tonfürton im Schloss. Ehemalige Schüler sind ab 19 Uhr dort herzlich willkommen.

„Die Musik ist trotz aller Schicksalsschläge immer der rote Faden in meinem Leben gewesen“, erzählt die Tochter einer Tänzerin und eines Schauspielers und Operettensängers, die sich begeistert: „Wenn man zusammen musiziert, macht das so einen Spaß, es entsteht eine unglaubliche Energie. Die Zeit hört auf zu existieren.“

Etwa 3600 Musiker haben ihre Schule durchlaufen

Ihre Eltern hätten aber „irgendwie“ nicht gewollt, dass sie zur Bühne geht. So absolviert die junge Brigitta, damals noch Klee, eine Fachschule für Sozialpädagogik und macht ein einjähriges Praktikum an einer Musikschule in Wandsbek. „Zu Kindern hatte ich intuitiv schon immer einen Draht“, stellt sie fest. Zum Ende des Praktikums klagt eine Mutter aus Reinbek darüber, dass sie aufhört: „Mein Sohn liebt sie so. Wollen Sie nicht nach Reinbek kommen?“

Brigitta D’Souza macht probeweise musikalische Früherziehung in Reinbek an drei Standorten: in einer Kinderarztpraxis im heutigen Museum Rade, im evangelischen Kindergarten und im Tontauben-Club in Wohltorf. Die Eltern sind begeistert. Doch D’Souza zieht es ins Ausland. „Wenn Sie 40 Kinder haben, können Sie sich melden, dann mache ich es“, sagt sie. Drei Monate später kommt ein Brief aus Reinbek: Die 40 Kinder warten auf sie. Brigitta D’Souza wagt den Sprung ins kalte Wasser und gründet 1969 ihre Musikschule tonfürton. Sie kauft einen VW Käfer für 150 D-Mark und mit einem Kredit über 800 Mark ihre ersten Instrumente.

Nach einem Monat sind es schon 80 Kinder, denen sie die Musik spielerisch näherbringt, bald sind es mehr als 100. Heute hat sie etwa 150 kleine Musikschüler und zwölf Lehrer. Etwa 3600 Musiker haben in ihrer Schule gelernt.

Mit zwei Jahren kann es losgehen

Beginnen können sie ab zwei Jahren in den Mutter-Kind-Kursen, ab drei Jahren bietet die Schule die musikalische Frühererziehung und ab sechs Jahren den Instrumentenkreisel, bei dem Kinder für jeweils acht Wochen ein Instrument für sich entdecken können. „Ich nehme jedes Kind so, wie es ist“, erzählt sie. „Ich fördere seine Begabung, die hat jedes Kind.“ Aber auch Eltern, die sich ihren Traum erfüllen wollen, und doch einmal Klavier spielen lernen wollen, finden bei ihr den richtigen Unterricht.

Und die Mutter zweier Töchter und Großmutter von fünf Enkeln denkt nicht ans Aufhören: Seit einiger Zeit bietet sie Klangschalen-Massagen an. Diese Workshops möchte sie gern ausbauen und mit ihrem liebsten Hobby „Soul Motion“, einem meditativen Tanz, kombinieren.

Ehemalige, die zum Jubiläumsfest kommen wollen, erreichen Brigitta D’Souza unter (040) 72 81 09 04 oder per E-Mail an tonfuerton@web.de.