Verkehrsausschuss

Investitionen in den Busverkehr

Die Politik investiert in den Ausbau des ÖPNV in Stormarn.

Die Politik investiert in den Ausbau des ÖPNV in Stormarn.

Foto: CHROMORANGE / Ernst Weingartner / picture alliance

Reinbek. Kreisamt setzt sich neue Ziele für 2020 – ÖPNV-Angebot soll weiterentwickelt werden.

Reinbek. Mit einigen Neuig­keiten im Gepäck besuchte Björn Schönefeld vom Fachdienst Planung und Verkehr des Kreises Stormarn den Ausschuss für Umwelt und Verkehrsplanung im Rathaus. Anwohner dürfen sich bereits ab Ende des Jahres über verlängerte Buslinien, eine höhere Taktung sowie die Überholung von Nachtbuslinien freuen. Zur S-Bahnlinie 21 sagte Björn Schönefeld: „Wenn ich die geforderte Ausweitung des Großbereichs und den Zehn-Minuten-Takt gegenüberstelle, dann ist der Zehn-Minuten-Takt für die S 21 realistischer.“

Seit seinem letzten Besuch 2017 habe sich „einiges getan“ in Sachen Busverkehr und S 21, leitete Schönefeld seinen Bericht ein. Im Zuge des Verkehrsvertrages von Dezember 2017 seien beispielsweise die Buslinien 333 sowie 536 neu eingeführt worden. „Die Direktfahrt von Ohe nach Glinde mit der Linie 333 kommt gut an. Es gab viele positive Rückmeldungen“, sagte Schönefeld.

Linie wird verlängert

Auch die vom Kreis finanzierte Buslinie 536, die am S-Bahnhof beginnt und am Senefelder Ring endet, habe sich bewährt. „Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember wird sie bis ,Glinde Markt’ verlängert. Wir binden auch das Gewerbegebiet Wilhelm-Bergner-Straße an“, sagte Schönefeld. Zwei Jahre beteiligt sich die Stadt Glinde an den Kosten. Stimme dann die Nachfrage, trage der Kreis die Linienerweiterung.

Die Buslinien 137 und 237 sollen überholt werden. „Bei der 137, die vom Bahnhof Bergedorf über Reinbeks Gewerbegebiet bis ,Glinde Markt’ fährt, gibt es am Tag sechs Taktwechsel von zehn Minuten bis zu einer Stunde. Ziel ist ein ganztägiger 20-Minuten-Takt“, erläuterte Schönefeld. Das würde dem Gewerbegebiet zugutekommen.

Bei der Linie 237, die von Wentorf über Reinbek und Glinde nach Willinghusen meist im Stundentakt fährt, sollen die Taktverdichtungen zu Stoßzeiten angefasst werden – morgens und nachmittags in beide Fahrtrichtungen. „Das sind zwei Ziele für 2020. Die Kosten liegen bei 50.000 bis 100.000 Euro pro Linie“, sagte Schönefeld.

Kommunen werden künftig entlastet

Ein weiterer Fortschritt: Der Kreis übernehme ab 2020 – unter Vorbehalt der Haushaltsberatungen – auch die Kosten für alle Nachtbuslinien. Bisher zahlen die Kommunen, die nun entlastet werden. Auch die Aufstellung soll überplant werden. „Zum Teil fahren die Linien seit 20 Jahren unverändert“, berichtete Schönefeld. „Und Kommunen wie Wentorf bekundeten Interesse an Nachtbuslinien.“

Gerade durch das große Thema Klimaschutz würden die Planungen zum ÖPNV neuen Aufschwung erhalten. Auf einen Kreistagsbeschluss hin werde zurzeit eine Liste mit geplanten Neuerungen abgearbeitet: vom Antrieb über Leistungen und Tarife. „Einiges passiert schon in diesem Jahr. Verstärkt gehen wir das Thema 2020 an“, sagte Schönefeld. „In allen Bereichen wollen wir nicht nur auf Nachfrage reagieren, sondern etwas bieten.“

Kreis könne nur bedingt Einfluss nehmen

Für die S 21 sei das Land zuständig, sagte Schönefeld. Der Kreis könne nur bedingt Einfluss nehmen. Um Verspätungen möglichst zu vermeiden, sei es zum einen geplant, die Bahnstrecke einzuzäunen, damit der Zugang auf die Gleise beschränkt wird. „Grund für die Verspätungen sind jedoch hauptsächlich die neuen Fahrzeuge“, weiß Schönefeld. Ein Softwareupdate Anfang 2020 soll technische Probleme beheben. Mitte des Jahres sollen die Verspätungen dann kein Thema mehr sein.

Smarte Technik in den Bussen soll den Fahrern anzeigen, wenn die S-Bahn verspätet ist, um wenige Minuten auf zusteigende Pendler warten zu können. Der Seniorenbeirat bemängelte, Umsteigezeiten seien generell oft zu kurz, gerade für Ältere, die nicht gut zu Fuß sind. Schönefeld sagte der Stadt die Unterstützung des Kreises beim Drängen auf eine engere S-Bahn-Taktung zu.