„Kunstwerk – Werkkunst“

Hochkarätige Kunst in schönster Reinbeker Kulisse

Fotograf Jens C. Gehring hat für seine stimmungsvollen Schwarz- Weiß-Fotografien auf dem Steg am Mühlenteich einen Platz gefunden. Ingo und Elisabeth von Schönberg gefällt das.

Fotograf Jens C. Gehring hat für seine stimmungsvollen Schwarz- Weiß-Fotografien auf dem Steg am Mühlenteich einen Platz gefunden. Ingo und Elisabeth von Schönberg gefällt das.

Foto: Stephanie Rutke

Reinbek. Zum 25. Mail hieß „Kunstwerk – Werkkunst“ im und am Reinbeker Schloss. Demnächst geht es um die Zukunft der Ausstellung.

Reinbek. Eine besondere Ausstellung feiert Jubiläum: Zum 25. Mal präsentierten Bärbel und Norman Müller-Rousseau am Wochenende „Kunstwerk – Werkkunst“ im Schloss Reinbek. 140 Aussteller zeigten ihre Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei, Schmuck, Keramik, Fotografie und Papier.

Organisiert wird Stormarns größte Kunstausstellung dieser Art von Beginn an vom Ehepaar Müller-Rousseau, das auch für das alljährliche „Malerweekend“ im Rathaus Reinbek verantwortlich ist. Bescheiden wie sie sind, mögen sie keine Ehrungen. Um eine kleine Ansprache zum Jubiläum kamen die Organisatoren aber nicht herum.

Dank an die Organisatoren

Reinbeks stellvertretender Bürgermeister Peter Huschke (CDU) und Elke Güldenstein, Leiterin des Kulturzentrums, dankten ihnen für das jahrzehntelange Engagement. „Der Name Müller-Rousseau steht für Qualität“, so Huschke. Norman Müller-Rousseau nahm einen Blumenstrauß für seine aktuell erkrankte Frau entgegen und dankte dem Team im Schloss für die Unterstützung.

„Wenn sie sich nur drei Minuten Zeit nehmen für jeden Künstler, dauert der Ausstellungsbesuch heute rund sieben Stunden“, wandte er sich mit einem Lächeln an die vielen Besucher. „Entstanden ist ,Kunstwerk – Werkkunst’ 1995, als das Malerweekend zum 20. Mal stattfand“, erinnert sich Normann Müller-Rousseau. Reinbeks Bürgermeister Manfred Neumann fragte damals, ob die Müller-Rousseaus nicht im renovierten Schloss Reinbek eine Ausstellung zeigen könnten.

Anspruch von Beginn an hoch

Mit „Kunstwerk – Werkkunst“ hat das Ehepaar ein Format geschaffen, das von Beginn an einen hohen Anspruch hatte: Alle ausstellenden Künstler oder Kunsthandwerker sind Profis, gehören zum Beispiel den Berufsverbänden Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks (ADK) oder Berufsverband Bildender Künstler BBK an. Andere haben sich zum Beispiel als Goldschmiedemeister einen Namen gemacht.

Bärbel Müller-Rousseau hat in den vergangenen Tagen gezeigt, dass sie ein absoluter Organisationsprofi ist. „Wir hatten ganz kurzfristig vier Absagen von Künstlern, die erkrankt sind“, erzählt ihr Mann Normann: „Meine Frau hat für alle vier Ersatz gefunden.“ Es dauert jedes Mal ein Jahr, eine so große Ausstellung zu organisieren. Aus ganz Deutschland und aus dem europäischen Ausland reisen die Aussteller an.

Objektkünstler zeigten Arbeiten im Schlosspark

Eine der größten Arbeiten stammte in diesem Jahr von Peter Luther aus Oberfembach am Bodensee. Die goldglänzende, windbewegte Metallarbeit begrüßte die Besucher bereits an der Allee.

Im Schlosspark präsentierten viele Bildhauer und Objektkünstler ihre Arbeiten. Zum ersten Mal dabei war Bärbel Hänsel mit ihren Skulpturen „Dick Madame“. Die fröhlichen und nicht ganz schlanken Abbilder von Frauen sorgten bei vielen Besuchern für jede Menge Spaß. Gisela Fiebig und ihre Freundin Brigitte Kobsch nahmen lachend die Skulptur „Zara“ in die Mitte. „Wir lieben diese Ausstellung“, so Fiebig, „und die dicken Madames ganz besonders.“ Die Künstlerin Bärbel Hänsel ist begeistert von der Vielfalt und Qualität der Arbeiten.

Einen ganz besonderen Ausstellungsort hatte Fotograf Jens C. Gehring für seine Arbeiten gefunden. Die stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Fotografien präsentierte er auf dem Steg am Mühlenteich unter dem Titel „Ruhe Plätze“. Einfache Holzstelen, in den Planken des Stegs verankert, waren seine Objektträger.

Im Oktober Entscheidung zur Zukunft

Ein großes Plus von „Kunstwerk-Werkkunst“ ist die Gelegenheit, Besucher und Künstler ins Gespräch zu bringen. Techniken wurden erklärt, Motive erläutert und Kontakte ausgetauscht.

Wie die Zukunft von „Kunstwerk – Werkkunst“ und des „Malerweekends“ aussehen wird, soll im Oktober entschieden werden. „Dann wollen wir uns mit allen Beteiligten in Reinbek zusammensetzen“, so Norman Müller-Rousseau (89). Mit seiner Frau fühlt er sich den Künstlern gegenüber in der Verantwortung, die Vorgespräche für die Ausstellung beginnen stets bereits im November.