Verkehr

Tempomesser sollen Autofahrer in Wentorf bremsen

Verkehr in der Wentorfer Hauptstraße.

Verkehr in der Wentorfer Hauptstraße.

Foto: Imke Kuhlmann / BGZ

Wentorf. Zu viel Verkehr in der Ortsmitte, zu viele Raser in den Wohngebieten - Wentorfs Politiker wollen nun aktiv werden.

Wentorf. 11.750 Euro wollen Grüne und CDU für sechs mobile Geschwindigkeitsmessgeräte ausgeben. Der Vorstoß im Wentorfer Liegenschaftausschuss reicht den Liberalen jedoch nicht. Für die FDP ist dies ein kleiner Schritt in Richtung eines erwünschten, ganzheitlichen Verkehrskonzeptes, um die Ortsmitte verkehrlich zu beruhigen.

In der kommenden Sitzung am Donnerstag, 15. August, um 19 Uhr im Rathaus entscheiden die Fraktionen über die Bereitstellung der außerplanmäßigen Haushaltsmittel für vier LED-Geschwindigkeitsmessgeräte und zwei weitere Geräte. Sie sollen zusätzlich anonymisiert die jeweilige Geschwindigkeit erfassen, Pkw wie Lkw zählen sowie die Daten speichern. In der Sitzung soll auch geklärt werden, wo die mobilen Geräte zuerst aufgestellt werden.

Mehr Durchgangsverkehr auf die Umgehungsstraße

Die CDU sowie die Grünen möchten damit das Bewusstsein der Autofahrer schärfen. „Wir unterstützen die Anschaffung der Geräte, aber ob dadurch der gewünscht Effekt erzielt wird, sehen wir kritisch“, sagt FDP-Fraktionschef Günter Weblus. Vielmehr finde die Fraktion die Datenerfassung spannend: Ein Nachweis für übermäßigen Verkehr in der Ortsmitte könne genutzt werden, um „beim Kreis Maßnahmen zu erwirken“, so Weblus. Ein Wunsch: Mehr Durchgangsverkehr soll über die Umgehungsstraße fließen.

In einer Sache sind sich CDU, Grüne und FDP einig: Sie alle wollen Fußgänger und Radfahrer schützen, Schulwege sichern und den Verkehr in der Ortsmitte bremsen. Ein optimaler Anlass, um ein Verkehrskonzept bei einem Planer für die Gemeinde in Auftrag zu geben, findet Weblus. Der Liberale sieht die Schwerpunkte in Tempo-30-Zonen, besonders an der Hauptstraße sowie Am Petersilienberg, wo er wohnt.

Autofahrer gefährden Radler

Immer öfter würden rücksichtslose Autofahrer Radler gefährden. Diese wichen auf Gehwege aus und gefährdeten dort ihrerseits Fußgänger. Seine Beobachtung: „Selbst Mütter, die ihre Kinder zur Schule bringen, halten sich nicht an Tempo 30. Ich erlebe auch, dass am Petersilienberg bis zu 80 km/h gefahren wird.“ Ein „schlüssiges Verkehrskonzept“ soll nun helfen, jahrelang wegen Geldmangel verschobene Maßnahmen gebündelt in Angriff zu nehmen.

Laut Fraktionschefin Katharina Bartsch befürworten auch die Grünen ein Verkehrskonzept: „Neben der Verkehrsberuhigung des Ortskerns sowie der Schulwegsicherung möchten wir auch mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen.“

Wentorfs Haushaltslage ist günstig

CDU-Fraktionschef Dr. Harald Müller stellt klar: „Grundsätzlich sind auch wir für ein Verkehrskonzept.“ Aus finanziellen Gründen tritt er jedoch dafür ein, auf vorliegende verkehrsplanerische Konzepte zurückzugreifen und diese gegebenenfalls zu aktualisieren.

Günter Weblus und seine FDP wollen dagegen zunächst Beratungen in der Gemeindevertretung über den Umgang mit Wentorfs günstiger Haushaltslage abwarten. Dann wollen sie gegebenenfalls im Liegenschaftsausschuss einen Antrag stellen, um ein Verkehrskonzept für Wentorf auf den Weg zu bringen.