Neue Spinde für Kameradinnen

Ohes Feuerwehr leidet stark unter Platzmangel

Lars Altefrohne (28) und stv. Wehrführer Sebastian Szymanski (38) schaffen Platz in Ohes Feuerwache.

Lars Altefrohne (28) und stv. Wehrführer Sebastian Szymanski (38) schaffen Platz in Ohes Feuerwache.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Reinbek. Die Kapazitäten in Ohes Feuerwache neigen sich dem Ende zu. Trotzdem schaffen die Retter wieder Platz für vier neue Kameradinnen.

Reinbek.  Rücken an Rücken stehen Feuerwehrleute wie Lars Altefrohne (28) und der stellvertretende Wehrführer Sebastian Szymanski (38) in der Umkleide. Wenn es zum Einsatz für Ohes freiwillige Retter kommt, wird es zwischen den Spinden eng. Trotz Platzmangel nimmt die Feuerwehr gerne Mitglieder auf. Für vier neue Kameradinnen zimmerten die Tischler Lars Altefrohne, Jörn Papke und Sebastian Szymanski nun neue Spinde.

Am Donnerstag schoben die Feuerwehrmänner in der Wache in der Straße Hoibeken alte Spinde von A nach B, klauten den 55 Männern etwas vom ohnehin spärlichen Platz. „Zwischen Einsatzwagen und Spind sind zum Teil nur 40 Zentimeter“, sagt Lars Altefrohne. In der Hektik vorm Einsatz sei das Gedränge und das Chaos groß. Doch der auf den Zentimeter genau geplante Umbau musste sein, um irgendwie Platz für den weiblichen Zuwachs zu gewinnen.

Spinde entsprechen nicht der Norm

„Aktuell haben wir nur sieben Spinde für unsere sechs Frauen“, sagt Szymanski. Die vier neuen Kolleginnen zwischen 20 und 35 Jahren, die in den vergangenen Monaten dazukamen, mussten ihre Einsatz- und Privatkleidung bisher in freien Ecken lagern.

„Etwa 200 bis 300 Euro kosten uns die neuen, aus Spanplatten gefertigten Spinde“, sagt Szymanski. Sie sind ausgestattet mit Schließfach, einer Ablage für Stiefel, Helmhalter sowie Kleiderhaken. „Die Spinde sind aber viel zu schmal, entsprechen nicht der Norm“, sagt Szymanski. Lars Altefrohne ergänzt: „Sie bieten auch keinen Platz für Privatkleidung. Die werfen wir dann oben drauf, nachdem wir die Helme aufgesetzt haben.“

Neue Wache in vier bis fünf Jahren

Generell entspricht in Ohes Wache einiges nicht der Norm: die Hanseatische Feuerwehrunfallkasse Nord bemängelt etwa, dass sich die Wege verschiedener Einsatzfahrzeuge beim Verlassen der Hallen kreuzen, zudem Schulungsräume im ungedämmten Altbau von 1864. „Aber in vier bis fünf Jahren haben wir hoffentlich einen Neubau“, sagt Szymanski. 2020 ist geplanter Baustart für die Reinbeker Feuerwache am Mühlenredder. Die Fertigstellung der neuen Oher Wache ist für 2024 geplant. Die Kosten für die neuen Wachen liegen bei mehreren Millionen Euro.

Bis dahin haben die Oher noch Kapazitäten für maximal sechs weitere Retter. „Dafür müssten wir das Wasserbecken für Stiefel verkleinern und ein Regal wegnehmen“, so Szymanski. „Aber wir können und wollen nicht zu Freiwilligen, die neu anfangen möchten, sagen, dass das aufgrund von Platzmangel nicht geht.“