„Rathaus-Oase“

Reinbeks Partymacher freuen sich auf den 17. August

Eric Lemmermann (von links), Melvin Mühlmann und Nico Garming organisierten zuletzt die Abi-Party des Abschlussjahrgangs am Mühlenredder. Jetzt denken die 20-Jährigen größer.

Eric Lemmermann (von links), Melvin Mühlmann und Nico Garming organisierten zuletzt die Abi-Party des Abschlussjahrgangs am Mühlenredder. Jetzt denken die 20-Jährigen größer.

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Reinbek. Sie organisierten zuletzt die Abi-Party des Abschlussjahrgangs am Mühlenredder. Jetzt denken die 20-Jährigen größer.

Reinbek.  Egoistisch? Keine Spur von Engagement? Keineswegs, es gibt viele junge Leute, denen nicht alles egal ist, die sich kritisch informieren und beteiligen. Die ehrenamtlich unterwegs sind und die Ärmel hochkrempeln. Sie sind die „Mitmischer“ aus unserer Region. Wir stellen sie in einer Serie vor.

Immer auf den Kiez oder in die Großraum-Disco nach Trittau fahren? „Das ist blöd, wir brauchen gut erreichbare Partys hier in Reinbek“, sagt Eric Lemmermann und ist sich da mit seinen beiden Mitstreitern einig. Zuletzt organisierten sie die Abi-Party des Abschlussjahrgangs am Mühlenredder. „Aber wegen Asbest sind wir auf die Bege Neuschönningstedt ausgewichen. Die Mietkosten hat sogar die Stadt übernommen“, sagt Melvin Mühlmann und freut sich über einen gelungenen Abend mit etwa 150 Partygängern.

Jetzt wollen sie ein bisschen professioneller werden: „LM’n’G“ nennen sich Eric Lemmermann, Melvin Mühlmann und Nico Garming. Als Gruppe sind sie dem Stadtjugendring beigetreten und erhoffen sich Unterstützung aus der Politik – mit Erfolg: „Bürgermeister Warmer hat uns angeboten, dass wir eine Party auf dem Parkdeck des Rathauses machen dürfen. Er freut sich auf den 17. August. Das ist der erste Sonnabend nach den Ferien.“

Party auf dem Parkdeck des Rathauses

Ulrich Gerwe, der Jugendbeauftragte der Stadt, bestätigt: „Ich kann mir das Parkdeck als ungewöhnlichen Feierort gut vorstellen. Und natürlich sollen alle nachbar­schaftlichen Belange bedacht werden, ein erster Soundcheck war schon relativ harmlos.“ Er betont, dass es einen hauptamtlichen Sicherheitsdienst geben wird.

Natürlich wissen alle Beteiligten, dass es mal Ärger um feiernde Jugendliche im Schlosspark gab. Und dass auch mal Flaschen auf dem Parkdeck zerschmettert wurden. „Aber wir wollen den Ruf verbessern und trotzdem für Partylaune sorgen“, sagen die drei 20-Jährigen, die nun mit einem Budget von rund 2000 Euro kalkulieren können – und einen kleinen Eintritt verlangen werden.

Rundbrief an die Nachbarn geplant

Plakate wollen sie aufhängen, auf Instagram werben „und einen Rundbrief für die Nachbarn schreiben, damit alle wissen, dass die Party ordnungsgemäß angemeldet ist“, sagt Eric Lemmermann, der mit einer LED-Kette für „ziemlich cooles Schwarzlicht“ sorgen will. Denn er will gern Lichttechnik studieren, um später mal richtig große Festivals mit rotierenden Scheinwerfern, Laser- und Pyrotechnik zu beleuchten.

Für den Ton ist Nico Garming zuständig, der auf dem Parkdeck sogenannte Noise-Cancelling-Lautsprecher aufbauen will: „Da gleiten die Schallwellen ineinander, und wir schreiben Protokoll über die Lautstärke“, sagt der 20-Jährige, der bald eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker beginnt.

Gemietete Palmen und Bambuspflanzen

„Ich habe mal einen Cocktail-Workshop gemacht und gebe auf Hochzeiten und anderen Privatfeiern den Barkeeper“, sagt der Dritte im Bunde: Melvin Mühlmann ist zudem für die Kalkulation zuständig, schließlich wird er bei der Südstormarner Vereinigung zum Kaufmann im Gesundheitswesen ausgebildet. Alle drei kümmern sich um die Deko in der Open Air „Rathaus-Oase“ mit gemieteten Palmen und Bambuspflanzen, einem Lounge-Bereich, Bar und Garderobe.

Bis zu 900 Gäste werden auf der 900 Quadratmeter großen Fläche erwartet. Beginn ist um 15 Uhr mit Musik und Grillwürstchen für Familien. Zwischen 19 Uhr und Mitternacht werden dann eher Leute ab 16 Jahren erwartet, die Musikrichtung geht in House und E-Musik über.

„Wir machen das komplett ehrenamtlich“

„Wir wollen nichts daran verdienen, machen das komplett ehrenamtlich“, betont Nico Garming. Die Partymacher hoffen, anschließend auch mal den Waldparkplatz in Ohe beleben zu können,
die Wiese am Senefelder
Ring oder den Festplatz in Neuschönningstedt. Zunächst wollen sie sich einen guten Namen erarbeiten: „Wir machen das nicht für uns, sondern für Reinbeks Jugendliche.“