Kulturprojekt

Willemsen-Villa wird für Kreative zur Sommerresidenz

Im einstigen Wentorfer Wohnhaus des Intellektuellen Roger Willemsen wurde 2018 ein Künstlerhaus eröffnet. Nun dürfen drei Kreative es vier Wochen lang als Sommerresidenz nutzen.

Im einstigen Wentorfer Wohnhaus des Intellektuellen Roger Willemsen wurde 2018 ein Künstlerhaus eröffnet. Nun dürfen drei Kreative es vier Wochen lang als Sommerresidenz nutzen.

Foto: Müller / BGZ

Wentorf. Stiftung und Behörde initiieren ein Kulturprojekt in Form eines vierwöchigen Stipendiums für Künstler in der Willemsen-Villa in Wentorf.

Wentorf.  Gut ein Jahr ist es her, dass das Wentorfer Wohnhaus von Roger Willemsen († 2016) zu einem Künstlerhaus für Freischaffende wurde, geleitet von der vom Mareverlag gegründeten Roger Willemsen Stiftung. Nun ermöglichen die Hamburger Kulturbehörde und die Stiftung Hamburger Künstlern einen vierwöchigen Arbeitsaufenthalt in Wentorf.

Vom 17. August bis zum 14. September werden drei Künstler ihre Hamburger Sommerresidenz in der Villa Willemsen beziehen. Aus rund 30 Bewerbungen wählte das Kuratorium der Roger Willemsen Stiftung die bildende Künstlerin Suse Itzel sowie den Schriftsteller Anselm Neft und die Filmemacherin und Autorin Claire Walka für die Residenzstipendien aus. Das Stipendium beinhaltet eine Aufwandspauschale von je 1000 Euro, die durch die Kulturbehörde getragen wird.

Arbeit an einem autobiografischen Filmprojekt

Suse Itzel (Jahrgang 1984) studierte Freie Kunst in Hamburg und Köln. Für ihre Videoarbeiten und Installationen imitiert sie Zerstörungs- und Zerfallsprozesse. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Hamburger Gängeviertel zu sehen. In Wentorf möchte sie an einem autobiografischen Filmprojekt arbeiten.

Anselm Neft wurde 1973 in Bonn geboren und war unter anderem als Texter, Kolumnist und Lehrer tätig. Im März 2019 erschien sein vielbeachteter Roman „Die bessere Geschichte“. Der Autor veranstaltet im Grünen Jäger die monatliche Hamburger Lesebühne „Liebe für alle“ und möchte in der Villa Willemsen seine Arbeit an einem neuen Romanprojekt fortsetzen.

Besondere Atmosphäre inspiriert Künstler

Claire Walka, Jahrgang 1978, arbeitet als Autorin und Filmemacherin. Sie studierte Film und Medien in Offenbach und Barcelona. Neben ihrer Tätigkeit als Cutterin veröffentlicht sie Kurzgeschichten sowie Lyrik. Nun will sie ihre Eindrücke in Texten und Fotografien verarbeiten.

Die Sommerresidenz solle Künstlern „eine intensive Arbeitsphase zu besten Bedingungen vor den Toren Hamburgs“ ermöglichen, sagt Kultursenator Dr. Carsten Brosda. Die besondere Atmosphäre der Villa schaffe einen inspirierenden Rahmen. Die Idee der Sommerresidenz sei stimmig, meint auch Nikolaus Gelpke vom Kuratorium der Willemsen-Stiftung: „Das Leben und Wirken Roger Willemsens war so viele Jahre eng mit Hamburg verknüpft.“