Neue Leitungen

Internet: Unbegrenztes Netz aus Glasfasern

Das Unternehmen Willy.tel legt in Reinbek 1530 Meter Glasfaser und investiert dort etwa 200.000 Euro.

Das Unternehmen Willy.tel legt in Reinbek 1530 Meter Glasfaser und investiert dort etwa 200.000 Euro.

Foto: Susanne Tamm

Reinbek. Das Unternehmen Willy.tel versorgt sämtliche Haspa-Filialen mit Glasfaser. Anwohner können davon profitieren.

Reinbek.  Eine Wanderbaustelle zieht jetzt an der Klosterbergenstraße entlang: Stück für Stück sorgt dort der Anbieter Willy.tel mit neuen Glasfaserkabeln dafür, dass die Reinbeker störungsfreies Internet samt Video-Streaming und vielem mehr genießen können. „Wir haben bereits 500 bis 1000 Kunden um den Täby-Platz“, sagt Willy.tel-Geschäftsführer Bernd Thielk.

Nun konnte der Glasfaseranbieter einen großen Neukunden gewinnen: Er wird sämtliche Filialen der Hamburger Sparkasse mit leistungsfähiger Anbindung versorgen, damit die Berater künftig stabil mit dem iPad arbeiten können. „Wir verlegen eine Gesamtstrecke von 1350 Metern“, erläutert Projektingenieur Henrik Peters. „Das ist ganz schön aufwendig. Pro Woche schaffen wir etwa 150 Meter mit einem Trupp mit bis zu neun Mitarbeitern.“ Hintergrund sei, dass die Arbeiter Gehwege und Oberflächen, die sie öffnen, verkehrssicher wieder herstellen müssen. Die sind oft viele Jahrzehnte alt, und auch wenn die Tiefbauer nur einen Graben von 30 Zentimeter Breite brauchen, nehmen sie den gesamten Gehweg auf, um ihn ordentlich wieder herzurichten. „Das ist die Bedingung der Stadt Reinbek“, sagt der Ingenieur.

Firma verlegt jedes Jahr 40 bis 50 Kilometer

Dass sie manchmal eine frisch sanierte Straße wieder aufreißen, quittieren Thielk und Peters mit einem Achselzucken. Die Terminierung lasse sich nicht besser koordinieren. „Das liegt daran, dass wir nicht wissen können, wann wir einen Auftrag erhalten“, erklärt Bernd Wölk. Für die beiden Männer sei dies Tagesgeschäft. „Bei uns laufen oft zwölf Baustellen parallel“, sagt Henrik Peters. Und sein Chef fügt hinzu: „Wir würden gern noch mehr Aufträge gleichzeitig fertigstellen, aber rund um Hamburg sind keine Tiefbauer mehr zu bekommen.“

Aktuell hat das Unternehmen 130 Mitarbeiter und 70 externe Kräfte. „Wir verlegen jedes Jahr etwa 40 bis 50 Kilometer in und um Hamburg“, sagt Henrik Peters. Beispielsweise auch in Wentorf, Glinde, Barsbüttel oder am Reinbeker Redder in Bergedorf.

Keine Alternative zur Glasfaser

Von der Glasfaser ist Bernd Thielk überzeugt: „Es gibt derzeit keine Alternative“, sagt er. „Auch für die 5G-Handy-Frequenzen, die jetzt vergeben werden, brauchen wir zwingend Glasfaser.“ Die Übertragungsraten von Glas seien nach heutigem Ermessen physikalisch unbegrenzt. „Viele sind heute noch mit 50 Gigabit zufrieden“, sagt der Geschäftsführer. „Doch in drei, vier Jahren wird es neue Anwendungen geben, dann wird es schon anders aussehen.“

Dann würden 100 Gigabit oder sogar Terabit gebraucht: Mit Glasfaser sei dies im Gegensatz zu anderen Leitungsmaterialien kein Problem. Die Leitung in Reinbek, die das Unternehmen etwa 200.000 Euro kostet, sieht Thielk als Investition. „Wir freuen uns über Neukunden in Reinbek, sowohl über private als auch über gewerbliche Kunden.“

Arbeiten laufen bis Ende Juni

Bis Ende Juni verlegt die Kolonne noch schrittweise entlang der Klosterbergenstraße, von Rosenplatz und von Berg- und Bahnhofstraße die Rohre aus Hart-PVC, die Glasfaserleitungen schützen. Darüber liegt das Trassenband mit der Notrufnummer des Unternehmens, falls eine andere Firma bei ihren Arbeiten die Leitung beschädigt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.willytel.de oder unter Telefon 08 00 - 333 44 99.