Fachwerkhaus

Bahnhofstraße: Statt Brot nun ernste Gespräche

Bestattungsunternehmer Marco Kleinert (Ollrogge-Kleinert) hat das Backhäuschen an der Bahnhofstraße gekauft.

Bestattungsunternehmer Marco Kleinert (Ollrogge-Kleinert) hat das Backhäuschen an der Bahnhofstraße gekauft.

Foto: Katrin Bluhm

Reinbek. Im Juni zieht Ollrogge-Kleinert Bestattung in das kleine Fachwerkhaus an der Bahnhofsstraße.

Reinbek.  Das wird die Passanten überraschen und den einen oder anderen enttäuschen, der sich einst gern ein schnelles Frühstück im kleinen Backhäuschen an der Bahnhofstraße mitgenommen hat. Marco Kleinert hat das Fachwerkhäuschen, das der historischen Rademacher Kate nachempfunden ist, gekauft und wird mit dem Bestattungsinstitut von der Bahnhofstraße 1 in die Nummer 7 umziehen.


Bestattungstradition in vierter Generation

„Wir suchen schon seit vergangenem Sommer einen neuen Standort an der Bahnhofstraße. Denn das Haus, in dem unsere jetzige Filiale liegt, wurde verkauft und der Investor hat dort etwas anderes vor“, sagt der 47-Jährige, der das alt eingesessene Bestattungsinstitut – einst Hugo Ollrogge Bestattungen und nun Ollrogge-Kleinert – mit seinen Geschwistern Ingo (54) und Sybille Jacobsen (52) in vierter Generation leitet. „Als wir in der Bergedorfer Zeitung lasen, dass das Häuschen zur Disposition steht, habe ich mich gleich an den damaligen Eigentümer gewendet. Wir haben verhandelt und freuen uns sehr, dass es nun geklappt hat.“

Er habe eine enge Verbindung zu Reinbek, sei hier zur Schule gegangen und habe hier Abi gemacht. „Dass wir uns seit 2001 in Reinbek auch geschäftlich engagieren, hat auch mit alten Reinbeker Freunden zu tun gehabt. Sie haben uns nach dem Tod ihres Großvaters gesucht und nicht gefunden. Denn damals hieß das Institut noch Hugo Ollrogge. 2001 haben wir es in Ollrogge-Kleinert Bestattungen umbenannt“, erläuter er.

Von außen schon viel geschehen

Von außen sei an dem Häuschen an prominenter Stelle bereits viel geschehen. Die Fensterrahmen sind neu lackiert, das Fachwerk und die Unterschläge haben einen eleganten anthrazitfarbenen Anstrich bekommen. Das Dach war beim Kauf bereits neu eingedeckt. „Bis Mitte Juni muss trotzdem noch einiges passieren. Der Starkstromanschluss für den Tresen muss raus, die gesamte Elektrik wird neu gemacht. Wir machen es lieber einmal richtig. Die Aufteilung bleibt aber gleich und unsere Mitarbeiterin in Reinbek wird im Obergeschoss die Buchhaltung für das gesamte Unternehmen erledigen“, sagt Marco Kleinert.

Ziel sei nun, im Fachwerkhäuschen einen Raum zu schaffen, in dem man sich gleich wohl fühle, in dem erst einmal die Schwere des Themas von den Kunden genommen werde, beschreibt er weiter. „Wir wollen nette Räumlichkeiten und die Nähe zu den Menschen. Aber der Tod gehört auch zum Leben. Dennoch: Es wird nie Särge oder Urnen in unseren

Schaufenstern geben“, unterstreicht er vehement.


In angenehmer Atmosphäre die Schwere nehmen

Das Offene und Einladende sei wichtig. „Wir sind Dienstleister. Wir beraten die Menschen. Dabei geht es sehr häufig auch um Vorsorgeregelungen. Viele unserer Kunden möchten ihre Kinder entlasten und wollen über ihre Bestattung selbst entscheiden. Auch Alleinstehende wissen gern, dass alles so ablaufen wird, wie sie es wünschen und nicht plötzlich ein Fremder entscheidet“, erläutert der Bestatter. „Deshalb wird es hier eine sehr angenehme Atmosphäre geben“, ist er sicher.