Drohung per E-Mail

Famila in Reinbek nach Bombendrohung geräumt

Die Polizei hat das Gebäude des Supermarkts gestern Nachmittag weiträumig abgeriegelt. Mitarbeiter und Kunden warten auf dem Parkplatz nebenan.

Die Polizei hat das Gebäude des Supermarkts gestern Nachmittag weiträumig abgeriegelt. Mitarbeiter und Kunden warten auf dem Parkplatz nebenan.

Foto: Tim Schreiber

Reinbek. Zwei Sprengsätze sollten in dem Supermarkt an der Liebigstraße explodieren. Die Polizei durchsuchte es mit sechs Spürhunden.

Reinbek.  Die Polizei hat am Dienstagnachmittag den Famila-Supermarkt an der Liebigstraße geräumt und mit Sprengstoffhunden durchsucht. Zuvor hatte die Kieler Firmenzentrale des Supermarkts um 12.25 Uhr eine Bombendrohung per E-Mail erhalten und kurz darauf die Polizei alarmiert. In der E-Mail hieß es, dass um 14 Uhr zwei Sprengsätze im Reinbeker Markt explodieren würden.

Mit fünf Streifenwagen fuhr die Polizei daraufhin an die Liebigstraße, räumte das Gebäude und sperrte den Parkplatz. „Wir haben rund 250 Personen aus dem Markt gebracht. Das ging schnell und reibungslos“ sagt Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Katelhön. Danach mussten die Einsatzkräfte vor Ort jedoch erst einmal warten. Um das mehr als 4000 Quadratmeter große Gebäude zu durchsuchen, forderten sie sechs Sprengstoffspürhunde an und besorgten sich zudem einen Lageplan des Gebäudes. Die speziell ausgebildeten Hunde kamen aus Itzehoe, Lübeck und Ratzeburg und konnten schließlich gegen 15 Uhr damit anfangen, den gesamten Supermarkt gründlich zu durchsuchen.

Markt für knapp drei Stunden abgesperrt

Von den Mitarbeitern, die den Markt verlassen hatten, wartete viele auf dem Parkplatz nebenan oder wärmten sich in den umliegenden Geschäften auf, die nicht geräumt werden mussten. Auch einige Kunden beobachteten das Geschehen mit ausreichendem Sicherheitsabstand. „Ich hatte gerade einen ganzen Wagen voller Lebensmittel, auch tiefgekühlte, als plötzlich die Polizei in den Supermark kam und uns alle schnell hinausbrachte“, beschrieb ein wartender Kunde die Situation.

Erst um 16.40 Uhr waren die Hundeführer mit der Überprüfung fertig und die Polizei konnte Entwarnung geben und den Markt wieder freigeben. Laut einer Polizeisprecherin wurden keine verdächtigen Gegenstände gefunden.

Von wem die Drohung gekommen war und ob darin auch Forderungen gestellt wurden, bleibt zunächst unklar. Zum Inhalt und zu den Details der E-Mail-Drohung wollte die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nichts weiter bekannt geben. Auch eine Sprecherin von Famila wollte auf Nachfrage unserer Zeitung keine Stellung nehmen zu den Einzelheiten der E-Mail. Die Kripo in Reinbek hat die Ermittlungen aufgenommen. Es wurde eine Anzeige wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat“ gefertigt.