Sozialkaufhaus schließt im Herbst

Reinhard Arens, GF Region Süd der Perspektive Bildung gGmbH, und Francis Röcker, Standortleiterin Reinbek, im Sozialkaufhaus. 

Reinhard Arens, GF Region Süd der Perspektive Bildung gGmbH, und Francis Röcker, Standortleiterin Reinbek, im Sozialkaufhaus. 

Foto: Katrin Bluhm

Reinbek. Der Ausbildungsverbund Stormarn-Lauenburg schließt auch die Werkstätten, bleibt aber mit einem anderen Angebot in Reinbek.

Reinbek.  Das Sozialkaufhaus an der Borsigstraße kennt fast jeder. Schnell hatte sich die Drehscheibe für Gebrauchtes nach ihrer Eröffnung im Jahr 2011 etabliert. Die einen bringen, was sie nicht mehr benötigen. Die anderen können es für kleines Geld mitnehmen. Doch das wird noch in diesem Jahr zu Ende gehen. Der Träger, der Ausbildungsverbund Stormarn-Lauenburg, Teil der Perspektive Bildung gGmbH, der hier seinen Bildungsstandort mit Angeboten für Jugendliche und Erwachsene unterhält, gibt diesen Standort und damit auch das Sozialkaufhaus bis spätestens zum 31. Oktober 2019 auf.

„Man darf das Sozialkaufhaus einfach nicht separat sehen. Es ist nur ein Teil unseres Angebotes“, sagt Reinhard Arens, Geschäftsführer in der Region Süd der Perspektive Bildung, die zur Gruppe Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie gehört. „Wir haben hier seit 2010 diverse Bildungsangebote für Jugendliche bis 25 Jahren und Erwachsene ab 25 Jahren. In den neun Jahren haben an die 2300 Menschen unsere Leistungen in Anspruch genommen – unabhängig vom Sozialkaufhaus“, erläutert Arens.

Der Bedarf habe sich nun geändert. „Das liegt zum einen am demografischen Wandel, zum anderen auch an unseren präventiven Berufsorientierungsmaßnahmen an den Schulen. Aber entscheidend ist der sehr gute Arbeitsmarkt in Stormarn. Auch nicht so gute Schüler haben heute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Deshalb ist die Berufsvorbereitung in unseren eigenen Werkstätten nicht mehr so nachgefragt wie früher“, sagt er.

„Wir werden uns verkleinern, ziehen um“

Das sei seit etwa zwei Jahren abzusehen gewesen und rundum erfreulich. „Aber wir müssen natürlich trotzdem auch wirtschaftlich arbeiten. Wir haben hier 1350 Quadratmeter – inklusive der Holz- und Metallwerkstätten – im Bildungsbereich und die etwa 400 Quadratmeter des Sozialkaufhauses. Das ist zu viel. Wir werden uns verkleinern, ziehen um, bleiben aber mit anderen Angeboten in Reinbek.“ Über den Mietvertrag werde noch verhandelt. Am neuen Standort werde es aber keine Werkstätten geben, so Arens weiter.

„Der Schwerpunkt wird auf Coaching, Begleitung, Stütz- und Fördermaßnahmen liegen. Wir müssen ganz flexibel auf Ausschreibungen und den Bedarf von Jobcenter und Arbeitsagentur reagieren“, erläutert Arens. Für die 14 Ausbilder, Sozialpädagogen und Lehrer werde innerhalb des Ausbildungsverbundes und auch in der gGmbH nach Lösungen gesucht, unterstreicht er.

Wichtig ist für die Kunden und auch für Lieferanten des Sozialkaufhauses: Es werden noch bis zum 30. Juni vornehmlich Bekleidung und Möbel angenommen. Danach wird der Bestand runtergefahren und, weil der Mietvertrag am 30. Oktober endet und dann alles leer sein muss, wird es schon vorher einen Räumungsverkauf geben, verspricht Arens.

Es werden nur noch bis zum 30. Juni Waren angenommen.
Reinhard Arens