Dauerbaustelle

Baustellenampeln am Schloss bleiben bis Anfang 2020

Mittlerweile ein gewohntes Bild: Autos stehen vor der Baustellenampel am Schloss.

Mittlerweile ein gewohntes Bild: Autos stehen vor der Baustellenampel am Schloss.

Foto: Tim Schreiber

Reinbek. Wegen der instabilen Ufermauer können Autofahrer nur einspurig über die Brücke am Schloss fahren. Das wird noch lange so bleiben.

Reinbek. Schon seit Monaten müssen Autofahrer auf der Schlossstraße Geduld haben. Weil die Ufermauer instabil ist, wird der Verkehr nur noch halbseitig über die Brücke nahe dem Schloss geführt, Fahrzeuge über 7,5 Tonnen dürfen die Schlossstraße gar nicht mehr passieren. Zwischen Schloss und Ortsausgang stehen Baustellenampeln, die für eine Richtung jeweils etwas mehr als eine Minute lang Rot zeigen. Nun steht fest: An diesem Zustand wird sich im Jahr 2019 auch nichts mehr ändern.

Zwar war die Verwaltung ursprünglich davon ausgegangen, dass nach der Sanierung spätestens im Sommer der Verkehr wieder gleichzeitig in beiden Richtungen fahren kann. „Diese Planungen haben sich aber als zu optimistisch herausgestellt“, sagt Reinbeks Tiefbauingenieur Norbert Wulff.

Bauarbeiten frühestens im September

Im Moment sei noch ein Planungsbüro mit der Ausführungsplanung beschäftigt. Die müsse dann sogar von der Wasserbehörde genehmigt werden. Erst danach können die eigentlichen Bauarbeiten tatsächlich ausgeschrieben werden. Das bedeutet, dass frühestens im September mit der Instandsetzung der Ufermauer begonnen werden kann. „Das Problem dabei ist auch, dass die Baufirmen im Moment sehr gut ausgelastet sind“, sagt Wulff, der hofft, dass sich auf die Ausschreibungen dennoch Firmen interessieren und ihre Angebote abgeben.

Nicht nur die Planung zieht sich derzeit länger hin als erwartet, auch für die eigentliche Bauzeit werden nicht mehr vier Wochen – wie ursprünglich vermutet –, sondern jetzt drei bis vier Monate veranschlagt. Während dieser Zeit müssen die historischen Granitsteine am Ufer entfernt und eine Stahlspundwand eingezogen werden. Weil die Anlage ein Denkmal ist, so Wulff, muss die Ufermauer danach genau so wiederhergestellt werden.

Sperrung ist Vorsichtsmaßnahme

Mitte vergangenen Jahres hatte die Stadt die Mauer entlang der Bille auf der Schlossseite mit tonnenschweren Betonblöcken abgestützt. Zuvor war ein Stein bereits in die Bille gefallen. Untersuchungen ergaben, dass das gut 200 Jahre alte Bauwerk instabil ist. „Dass der Verkehr nur noch einspurig fahren darf ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit nicht noch mehr ins Rutschen kommt“, erklärt Norbert Wulff. Ein Absacken der Schlossstraße müsse auf jeden Fall verhindert werden.

Was die Kosten der Instandsetzung angeht, gibt es noch keine neuen Prognosen. Die letzte Schätzung liegt bei rund 1,2 Millionen Euro. Gut möglich, dass die Verzögerung am Ende auch mit weiteren Kosten zu Buche schlägt. Klar ist in jedem Fall, dass die Stadt Reinbek erst einmal die Kosten übernimmt. Aus Reihen der Politik ist zu hören, dass später versucht werden soll, das Geld oder zumindest Teile davon vom Land zurückzubekommen. Seit Jahren schon gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wer für die Kosten der Sanierung aufkommen muss.