Sportstättenentwicklung

Kunstrasenplatz: Jetzt kommt Bewegung in die Sache

Rüdiger Höhne, Geschäftsführer der TSV Reinbek, freut sich auf den neuen Kunstrasenplatz, der den Grandplatz ersetzt.

Rüdiger Höhne, Geschäftsführer der TSV Reinbek, freut sich auf den neuen Kunstrasenplatz, der den Grandplatz ersetzt.

Foto: Susanne Holz

Reinbek. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung hat es zehn Jahre gedauert. Jetzt kommt der neue Kunstrasenplatz für die TSV Reinbek.

Reinbek.  Wäre das Thema Kunstrasenplatz eine Sportart, würde es bei der TSV Reinbek nicht als 100-Meter-Lauf im Kursprogramm stehen, sondern irgendwo zwischen Yoga, Meditation und Qui Gong angesiedelt sein. Genau dort, wo es eher ruhig und bedächtig zugeht. Rund zehn Jahre hat es gedauert, bis eine Realisierung in greifbare Nähe rückt. So lange hat das Thema seine Runden in den politischen Gremien gedreht.

Ab dem ersten Spatenstich dauert es rund vier Monate

Nun hofft TSV-Geschäftsführer Rüdiger Höhne, dass im Februar oder März tatsächlich der erste Spatenstich vollzogen wird. „Bis zum ersten Spiel auf dem neuen Kunstrasenplatz würden dann drei bis vier Monate vergehen“, sagt Höhne. Bei guter Pflege und solidem Unterbau halte der Rasen bis zu 15 Jahre.

Bislang hat der Verein drei Außensportplätze – theoretisch. Denn der Grandplatz ist seit zehn Jahren abgängig, Training und Spiele fallen immer dann aus, wenn es mehr regnet, als der Boden Wasser aufnehmen kann. Und das war oft der Fall. „Bislang konnten die einzelnen Mannschaften theoretisch zweimal in der Woche zwei Stunden trainieren. In Zukunft werden es möglicherweise nur noch zweimal eine Stunde sein“, erklärt Höhne. Grund: Auf der Hälfte des jetzigen Grandplatzes wird die neue Feuerwehrwache der Ortswehr Reinbek gebaut, der Kunstrasenplatz bietet also weniger Spielfläche. Weniger Training werde es dennoch nicht geben, ist das Spielen auf Kunstrasen doch bei nahezu jeder Witterung möglich.

Flexibilität im Spielbetrieb gefragt

Höhne und seinem Team wird der Bau des Kunstrasenplatzes Flexibilität abverlangen, muss doch der gesamte Liga-Spielbetrieb während der Bauzeit ein wenig umorganisiert werden. Dabei setzt Höhne auch auf das Verständnis und die Solidarität von anderen Vereinen. „Eventuell ist es möglich, dass wir unsere Heimspiele auch auf dem gegnerischen Platz absolvieren und im Gegenzug beide Spiele im kommenden Jahr bei uns stattfinden. Aber das müssen wir klären“, so der TSV-Geschäftsführer. Mit der organisatorischen Feinarbeit kann er erst dann starten, wenn die Termine mit den Baufirmen stehen. Sollte sich der erste Spatenstich verzögern, wäre jede vorherige Planung obsolet.

Verein bewegt mittlerweile an die 5000 Menschen

In der gesamten Stadt bewegt der Verein mittlerweile an die 5000 Menschen. Das, was die Vereinsspitze besonders freut: Karteileichen gibt es kaum, 95 Prozent der Mitglieder sind tatsächlich aktiv – bis ins hohe Alter. „Früher blieb man als Senior im Verein, weil man jahrelang Mitglied war. Sport hat man aber nicht mehr gemacht. Heute melden sich bei uns noch 80-Jährige an, um aktiv zu werden oder in Bewegung zu bleiben“, erklärt Höhne. Sein Vater trainiert mit 89 Jahren regelmäßig im vereinseigenen Fitnessstudio Gefit.

Damit alle Senioren von Sport profitieren können, geht die TSV Reinbek auch in Seniorenheime, macht die älteren Menschen dort mobil. Auch deren Enkel kommen mit dem Reinbeker Sportverein in Berührung, der sich im Rahmen der Offenen Ganztagsschule engagiert. Nachmittags steht von Ballett bis Völkerball vieles auf dem Programm. Höhne und sein Team wissen: Da geht noch mehr, der Verein mit seinem Angebot hat noch mehr Potenzial. Aber: Es fehlt der Platz.

Verein denkt über Bau von Gebäude nach

Gern würde sich der Verein deshalb räumlich erweitern und hat beim Bau eines neuen Gebäudes auch das eigene Gelände im Visier. „Der Kunstrasenplatz wird so gebaut, dass eine 70 Meter lange und 20 Meter breite Freifläche am Ende entsteht“, erklärt der Geschäftsführer. Darauf könnte ein neues Gebäude mit Kursräumen und mehr Platz für die Verwaltung entstehen.

Problem: Der Verein agiert auf städtischem Gelände, Grund und Boden gehören ihm nicht. In der Vergangenheit hat die TSV Reinbek schon die Sporthalle und die Tennishalle auf eigene Kosten gebaut – „aber beides gehört uns jetzt nicht“, so Höhne. Das soll sich so nun nicht wiederholen. Mit Politik und Verwaltung laufen aktuell Gespräche, wie ein Wachsen des Vereins in Zukunft aussehen könnte.

„Wenn wir uns erweitern, reden wir nicht über einzelne Räume, die Sache hat schon andere Dimensionen“, erklärt Höhne. Deshalb wird die Sportstättenentwicklung für den Verein das Topthema 2019 sein.