Aumühle.

Neubauprojekt: Großer Ärger über Stillstand

Bismarck-Stiftung Geschäftsführer sieht „alternative Fakten eines selbsternannten Herrn“

Aumühle.  Deutliche Worte fand Dr. Ulrich Lappenküper, Geschäftsführer der Bismarck-Stiftung, beim Neujahrsempfang bezüglich des seit Jahren geplanten Neubaus eines multifunktionalen Veranstaltungsgebäudes auf dem Gelände der Stiftung. Der erste Spatenstich ist in weite Ferne gerückt. Aktuell ruht das Projekt und die Historiker sehen die Zukunftsgestaltung der Institution erheblich beeinträchtigt, wenn nicht sogar gefährdet.

„Die allein von persönlichen Interessen bestimmten Vorbehalte eines einzelnen Bürgers, der für sich ein bevorrechtigtes Bestimmungsrecht in Friedrichsruh in Anspruch nimmt, führten zu einem Stillstand der Planungen“, so Lappenküper.

Der Entwurf des Neubaus lag im März 2018 bis zur Vollendung der Bauunterlage vor. Geplant ist ein Gebäude, in dem ein Veranstaltungsraum und die Bibliothek untergebracht werden sollen.

Aktuell platzt die Bibliothek aus allen Nähten. Mit Regalen auf den Fluren behelfen sich die Historiker provisorisch. Wenn mehr als 100 Personen Veranstaltungen, wie jetzt beim Neujahrsempfang, besuchen, reicht der Vortragsraum nicht mehr aus.

Außerdem wird die Dauerausstellung im Stiftungsgebäude neu konzipiert. Sie soll neuen Sehgewohnheiten und modernen museumspädagogischen Gegebenheiten angepasst und mit moderner Technik ausgestattet werden. Die Finanzierung des Drei-Millionen-Euro-Projekts ist seit langem gesichert.

Lappenküper machte deutlich, dass die Stiftung – im Einvernehmen mit den für sie maßgeblichen Instanzen in Berlin und Kiel – alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen werde, um ihr Ziel zu erreichen. „Die Verantwortlichen der Stiftung handeln dabei ohne jedes private Interesse“, betonte er.

Ziel der Historiker sei es, die vom Gesetzgeber für die Politiker-Gedenkstiftungen vorgegebenen Aufgaben bestmöglich zu erfüllen. Dazu sind der Neubau und die Einrichtung einer neuen Dauerausstellung unbedingt notwendig.

Es gab aber auch Positives zu berichten: Der Haushaltsausschuss hat eine Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit genehmigt, außerdem erhält die Bismarck-Stiftung von diesem Jahr 100.000 Euro zusätzlich an Zuwendungen.

Mit einem Appell wandte sich Lappenküper schließlich an die Anwesenden – Originalzitat: „Helfen Sie mit, die Zukunftsfähigkeit der Stiftung zu sichern. Gehen Sie den alternativen Fakten eines selbsternannten Herrn von Friedrichsruh nicht auf den Leim. Allzu rasch erweisen sich vermeintlich gönnerhaft errichtete Brücken als zu kostspielig oder nicht tragfähig.“

Für diese deutlichen Worte gab es Applaus aus dem Publikum: Unter den Gästen waren außer Freunden und Förderern der Stiftung unter anderen Norbert Brackmann (Bundestag) und Andrea Tschacher (Landtag, beide CDU).