Abschied

Pastorin Schöneberg-Bohl wird Krankenhaus-Seelsorgerin

Im Altarraum fühlt sich Pastorin Barbara Schöneberg-Bohl am wohlsten

Im Altarraum fühlt sich Pastorin Barbara Schöneberg-Bohl am wohlsten

Foto: dörte hoffmann / Dörte Hoffmann

Reinbek. Pastorin Barbara Schöneberg-Bohl verlässt nach 22 Jahren die Kirchengemeinde-West.

Reinbek.  Wenn andere sich schon mit dem kommenden Ruhestand beschäftigen, will Barbara Schöneberg-Bohl es noch einmal wissen. Kurz nach ihrem 60. Geburtstag Ende März wird die Pastorin am ersten April eine neue Stelle als Krankenhaus-Seelsorgerin in Hamburg antreten. Am 17. März um 15 Uhr verabschiedet sie sich in einem Gottesdienst von der Kirchengemeinde Reinbek-West.

Bereits im Weihnachtsgottesdienst an Heiligabend hat sie ihren Entschluss für die neue seelsorgerische Herausforderung kundgetan. „Da hatte ich gerade die Zusage auf meine Bewerbung bekommen“, so die dreifache Mutter erwachsener Söhne.

In Reinbek eine erfüllte, großartige Zeit verbracht

„Ich gehe mit erfülltem Herzen“, sagt Schöneberg-Bohl und betont, was für eine erfüllte, großartige Zeit sie in Reinbek verbracht hat. Immerhin 22 Jahre stand sie in der Nathan-Söderblom-Kirche auf der Kanzel und hat in dieser Zeit eine Menge bewegt. Zahlreiche Projekte wurden von ihr angeschoben, darunter die Suppenküche, der Kirchentisch sowie die Betreuung der jungen Flüchtlinge aus Mali. Größere Veranstaltungen des Kirchenkreisverbandes Hamburg hat sie nach Reinbek geholt, beispielsweise die Nacht der Kirchen oder die Taizé-Andachten, die auch in der Nathan-Söderblom-Kirche zelebriert werden.

Ihr sei es ein Anliegen gewesen, die Gemeinde als offenen Raum zu gestalten, ohne Schwellenangst und mit einer Sprache und einem Stil, den alle verstehen können. Schöneberg-Bohl, die in den ersten Jahren ihres Wirkens nur eine halbe Pastorenstelle bekleidete – damals war Theologin Angelika Schmidt noch dabei – hat die Schulen Reinbeks in die Kirche geholt und aus dem Gotteshaus sogar einen Kinosaal gemacht, als Not am Mann war. Inzwischen haben andere Gemeinden diese Idee eines Kirchenkinos aufgegriffen.

Menschen mit vielen Aktionen ins Gotteshaus gelockt

Der monatliche Gemeindetreffpunkt mit immer neuen Themenschwerpunkten lockt die unterschiedlichsten Menschen ins Gemeindehaus an der Berliner Straße 4 und wurde von Barbara Schöneberg-Bohl initiiert.

Ob Lach- oder Stuhlyoga, Vorträge zur Gesundheit oder jetzt im Januar über die Arbeit eines Imkers (am 9. Januar um 15 Uhr): die Pastorin öffnet immer wieder neu Türen für Menschen jeden Alters und greift die Thematik auch gerne in ihren Gottesdiensten auf. „Ich mag es, schöne Gottesdienste zu besonderen Anlässen zu gestalten.“ Dann hole sie sich auch gerne Verstärkung in den Altarraum, wie zum Beispiel bei der Andacht am 20. Januar, wenn Imker Ansgar Rieke dabei sein wird.

Seelsorge liegt ihr schon lange am Herzen

Überhaupt sei es ihr Ding, neue Formate zu schaffen. Dazu gehört auch das Trauercafé, das einen offenen Raum für alle bietet, auch solche, die mit der Kirche nichts am Hut haben. Wichtig sind der Pastorin aber auch die zahlreichen Amtshandlungen. Ob mit Trauernden, Jugendlichen oder Hochzeitspaaren – die Gespräche seien stets erfüllend, anregend und vertrauensvoll. Das gilt auch für die Vikar-Ausbildung. „Sie bringen neue Impulse in die Gemeinde“, hat sie im Laufe der Jahre erfahren. Ihr Fazit zum Ende ihrer Arbeit in der Kirchengemeinde Reinbek-West: „Die Gemeinde ist gut aufgestellt und es ist der richtige Zeitpunkt, die gesponnenen Fäden weiterzugeben.“

Seelsorgearbeit liegt ihr schon lange am Herzen. „Dafür bin ich extra ausgebildet.“ So stellt sie sich in der 23. Pfarrstelle für Krankenhausseelsorge, wie die ausgeschriebene Stelle im Kirchenkreisverband lautete, im Krankenhaus Eilbek einer neuen Herausforderung. Ihre neue „Gemeinde“ dort umfasst etwa 750 Patienten sowie 1700 Mitarbeiter.