Reinbek.

Musik, die die Seele wärmen soll

Wolfgang Nicklaus erhält Deutschen Rock und Pop Preis 2018 für sein CD-Album

Reinbek.  Seine Lieder erzählen von Freiheit, Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt. „Du bist mein Seelenwärmer“, hat Wolfgang Nicklaus für seine zweite Ehefrau getextet, mit der er in Hinschendorf lebt. Im Wohnzimmer des Einfamilienhauses besingt er am Flügel „die Eckpfeiler des friedlichen und glücklichen Miteinanders“ – das Hauptthema in den selbst komponierten und getexteten Songs.

Im Keller hat der 62-Jährige ein komplettes Tonstudio aufgebaut und seine Musikschule eingerichtet. Musik ist seine Profession – für die er jetzt mit dem „Deutschen Rock und Pop Preis 2018“ in der Kategorie Bester Singer-Songwriter Deutschland ausgezeichnet wurde.

Dabei war der Weg dahin nicht einfach. Nach einer Inhaftierung in der DDR und dem Entzug der Musikerlizenz kam er als 25-Jähriger nach einer „kräftezehrenden Übersiedlung“ in die Bundesrepublik. Schnell stand für ihn fest: „Ich mache nur noch Musik. Hier habe ich nun alle Möglichkeiten.“ Grundlage für seine spätere Karriere als Komponist, Arrangeur, Sänger und Liedermacher war ein Studium an der staatlichen Musikhochschule in Lübeck für Komposition und Klavierpädagogik.

Vor allem das Komponieren hat es dem gebürtigen Brandenburger angetan. Das Talent liegt offensichtlich in der Familie. Ein Notenblatt seines Großvaters, der Kirchenmusikdirektor in Templin war, ziert den Eingang zum Musikstudio. Auch die Mutter war Kirchenmusikerin – nicht nur aus diesem Grund sitzt Nicklaus auch als Vertretung gern einmal in Reinbek an der Kirchenorgel. Fotos von Tochter Cornelia (30) mit Saxofon und Band und Sohn Tim (29), der gerade sein Masterstudium im Bereich Jazz macht, zeigen, dass auch die nächste Generation bereits infiziert ist – und inzwischen auch den Vater musikalisch unterstützt. Seine Tochter Conni lieh ihm ihre Stimme bei „Frauen ticken anders als Männer“, einem Song auf der CD „Mein Leben“, für die er beim Deutschen Rock und Pop Preis den dritten Preis in der Kategorie „Bestes CD-Album des Jahres 2018 -deutschsprachig“ erhielt.

An seinem Synthesizer flüchtet sich der Reinbeker gern in musikalische Emotionswelten. Vor großem Publikum aufzutreten, war für den 62-Jährigen beim Rock und Pop Preis eine ungewohnte Herausforderung. „Es ist schon etwas Besonderes vor 2500 Zuschauern in der vollbesetzten Siegerlandhalle aufzutreten“, gesteht der sensible Musiker.

„Seit meinem fünften Lebensjahr hatte ich immer wieder das Bedürfnis, musikalische Fantasien festzuhalten, entweder durch das Auswendiglernen meiner damals noch Minikompositionen, oder durch das Aufschreiben meiner Gedanken auf Notenpapier“, erinnert er sich an die Anfänge.

Ende der 80er-Jahre kam dann der Computer, mit dem er nicht nur spontan aufnehmen konnte, sondern auch sofort ein aufgenommenes Notenbild hatte. „Das machte vieles leichter und in der Notation auch wesentlich schneller“, sagt er.

Seit 2003 hält er Lebenssituationen und Gedanken auch in Text und Musik fest. „Also nahm ich meine Texte mit meinem Gesang auf und vertonte diese gleich in kompletten Arrangements, sodass dann jedesmal ein fertiger Song auf CD vorlag“, erklärt er. So sind von 2003 bis 2014 zwölf Songs entstanden, die in das Album „Mein Leben“ eingeflossen sind. Die zwölf Songs geben Einblick in sein bewegtes Leben – melancholisch und lebensbejahend.