Reinbek

Pastor Kleinhempel baut zum letzten Mal die Krippe auf

Nach 34 Jahren verabschiedet sich der Pastor Mitte 2019

Reinbek.  Bei dem Gedanken an seinen Ruhestand wird Pastor Benedikt Kleinhempel wehmütig ums Herz. „Mein Beruf gehört so intensiv zu meinem Leben, dass ich es mir ohne ihn nicht vorstellen kann“, sagt der 64-jährige Theologe. Aber dann würde er gleichzeitig merken: Es ist auch gut und richtig so. „Danach kommt eine neue Lebensphase für mich und für die Gemeinde.“ Pfingssonntag wird sein Abschiedsgottesdienst in der Ansgarkirche sein.

Doch jetzt steht erst einmal Weihnachten vor der Tür – zum letzten Mal wird er bei diesem Fest auf der Kanzel stehen. Seit 34 Jahren leitet er die Ansgar-Kirchengemeinde Schönningstedt-Ohe, predigt abwechselnd in der Ansgarkirche in Schönningstedt und in der St. Michaeliskapelle in Ohe. Auch die Bewohner des Reinbeker Ortsteils Büchsenschinken gehören zu seiner Gemeinde. Wie in den vergangenen neun Jahren hat er auch dieses Mal die wunderschöne Krippe unter dem Glockenturm aufstellen lassen – ein Geschenk von Krippenbauer Florian Hofmann aus Oberfranken. Obwohl der Stall und die Figuren die ganzen Jahre zur Weihnachtszeit draußen gestanden haben, um die Menschen zu erfreuen, sei noch nie etwas beschädigt oder gar gestohlen worden.

Besonders die Figur des Joseph liebt der Pastor. Auch wenn er ihn aufgrund einer starken Sehbehinderung nicht mehr richtig erkennen kann, fühlt er doch das lange Gewand mit seinen Falten, den Umhang und den großen Wanderstock sowie die Laterne, die Joseph in der rechten Hand hält. Auf einer Krippenausstellung im Krankenhaus St. Adolf-Stift hat Benedikt Kleinhempel den Krippenbauer kennengelernt. Wer genau hinschaut, sieht, dass das Christkind noch nicht in der Krippe liegt. „Das kommt erst Heiligabend in sein Krippenbettchen“, sagt der Pastor.

„Die Krippe zeigt uns als Bild, dass Gott uns näher ist, als wir uns träumen lassen“, so Kleinhempel. Überhaupt komme der Zauber der Weihnachtsgeschichte immer noch bei den Menschen an. „Wer weiß, vielleicht ist die Sehnsucht nach Spirituellem im Laufe der Zeit sogar noch größer geworden, bei all der Schnelligkeit und den wachsenden Anforderungen“, siniert der Theologe. Zugleich seien jedoch die Ansprüche an Weihnachten gestiegen: noch mehr Geld ausgeben, noch größere Geschenke machen.

„An Heiligabend kommen die Leute nach wie vor zum Gottesdienst.“ Das sei über die Jahre gleich geblieben. Benedikt Kleinhempel möchte nach der Pensionierung gern in Reinbek bleiben. Wie er dann seine Zeit verbringen wird, weiß er noch nicht genau. „Ich hätte Lust, den Weihnachtsmann zu spielen“, verrät er schon jetzt.