Reinbek.

Glitzersterne Ja, Böller Nein!

Umwelt Gymnasiasten wollen Verkaufsverbot erzielen

Reinbek.  Noch sind alle im Weihnachtsfieber. Spätestens kurz nach dem Fest werden aber die Böller ausgepackt. Die Schüler der Umwelt-AG an der Sachsenwaldschule (SWS) fragen sich jedoch: „Muss das eigentlich sein?“ Sie sprechen sich gegen den Verkauf von Böllern aus.

„Damit meinen wir diese lauten Knallereien, die Menschen und Tiere nur verschrecken“, sagt Rebeca Leckebusch. Gegen ein buntes Feuerwerk mit Raketen, aus denen es blitzt und blinkt, haben die 14-jährige Gymnasiastin und ihre Mitstreiter aus der Schul-AG gar nichts einzuwenden. Die sogenannten China-Böller machen nur Lärm, erschrecken Menschen und Tiere und verpesten die Luft, finden die Schüler. Um die Mitschüler für das Thema zu sensibilisieren, haben sie Fotos von verängstigten Tieren im Schulgebäude aufgehängt.

Zu sehen ist zum Beispiel der neunjährige Hund „Lucky“ von Lehrerin Carolin Niedan, Umweltbeauftragte an der SWS. Er sei an Silvester immer völlig in Panik und habe Todesangst. Auch die Meerschweinchen von Julius von Kalben reagieren verstört: „Sie laufen dann immer konfus in der Gegend herum“, hat der 15-jährige Schüler festgestellt. Nicht nur die Haustiere würden leiden, sondern auch die Tiere in freier Natur, sind sich die Aktivisten der SWS sicher.

„Schon beim Kauf der Feuerwerkskörper sollte man daran denken, welche Auswirkungen sie auf die Umwelt haben“, findet es Marlene Weyrauch wichtig. Rauch, Feinstaub und unendlich viel Müll bleiben nach einem kurzen Knall übrig.

Ziel der „Fifty-Fifty“-AG, die ihren Schwerpunkt auf Umwelt und Nachhaltigkeit gelegt hat, ist letztlich ein Verkaufsverbot für Böller in Reinbek und am besten in ganz Deutschland zu erwirken. Das sei jedoch nicht so einfach durchzukriegen, weiß Carolin Niedan. „Denn privates Feuerwerk unterliegt dem Sprengstoffgesetz und ist somit Bundessache.“ Sie findet es großartig, dass auch junge Menschen, die permanent einem gewissen Gruppenzwang ausgesetzt sind, den Mut aufbringen, sich gegen so eine vermeintlich coole Silvester-Knallerei zu stellen. „Und es macht Hoffnung, dass sich Jugendliche mit den Konsequenzen ihres Konsums und ihrer Taten auseinandersetzen“, so die Pädagogin.