Zweirad

Einsatz für bessere Radwege in Reinbek

Setzen sich für gute Radwege in Reinbek ein: Andreas Kwasniok, Peter Petersen, Joachim Becker und Michael Zietz 

Setzen sich für gute Radwege in Reinbek ein: Andreas Kwasniok, Peter Petersen, Joachim Becker und Michael Zietz 

Foto: Susanne Holz

Reinbek Sicherheit, eine bessere Infrastruktur und Fahrradboxen am Bahnhof – das wünschen sich Profi-Radfahrer für Reinbek.

Reinbek.  Hat Deine Stadt ein Herz fürs Rad? Diese Frage stellt der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) Radfahrern alle zwei Jahre beim Fahrrad-Klima-Test. Beim letzten Mal, 2016, haben 120 000 Bürger in 539 Städten diese Frage beantwortet. Die Bewertung für Reinbek ist ernüchternd. Im Städtevergleich landet Reinbek auf Platz 294 von 365, Gesamtnote: 4,1 – die schlechteste ist, wie in der Schule, eine 6. Positiv wird unter anderem die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums bewertet. Negativ schlägt die schlechte Führung an Baustellen, holperige und unebene Radwege und fehlende Leihfahrräder zu Buche.

„Geld ist da, es passiert wenig“

Michael Zietz, leidenschaftlicher Radfahrer und Stadtvertreter für Bündnis 90/Die Grünen, schätzt, dass es gut zehn Jahre dauern wird, bis aus der 4,1 eine 3,8 geworden ist. Unabhängig davon ist er sehr glücklich, dass das Thema Radfahren mit dem Radwegekonzept nun überhaupt Einzug ins politische Bewusstsein gefunden hat und von vielen in der Stadtvertretung unterstützt wird. „Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem ADFC entwickelt und wird noch Jahre Früchte tragen“, ist Zietz sicher. Nur ein bisschen zügiger dürfte es gehen, sagen er, Joachim Becker vom ADFC, Radfahrer Peter Petersen und Andreas Kwasniok von den Grünen. Der Wille sei da, das Geld auch, nur an der schnellen Umsetzung fehle es zuweilen, sagen alle unisono. „Es passiert sichtbar wenig“, sagt Kwasniok. Nur regelmäßigen und erfahrenen Fahrradfahrern falle auf, dass einige Unfallstellen von der Stadt entschärft, Wegführungen verändert worden seien.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung für Radfahrer

Dabei könnten schon kleine Veränderungen viel bewirken, sagen alle vier: „Wenn man durch die Felder von Reinbek nach Lohbrügge fährt, gab es am Wendehammer lange eine hohe Schwelle. Der Radfahrer wurde dort regelmäßig aus dem Sattel gehoben. Jetzt ist der Bordstein abgesenkt, die Unfallgefahr gebannt“, sagt Joachim Becker. Peter Petersen, der mit seinem Hochrad täglich vom Stadtteil Krabbenkamp zu Amandus Kahl ins Gewerbegebiet zur Arbeit fährt, bewertet die roten Streifen (Fuhrten) an der Gutenbergstraße positiv, die Autofahrern schon von Weitem signalisieren: Achtung, hier fahren Fahrräder!

Mit Fahrradparkhaus Anreize setzen

Derzeit haben die vier Radfahrer ein weiteres Projekt im Auge, das sie gern schnellstmöglich umgesetzt sehen möchten: Fahradboxen am Reinbeker Bahnhof. „Keiner müsste mehr Angst haben, dass sein Rad abends geklaut ist. Das könnte ein Anreiz sein, es tatsächlich zu benutzen“, hofft Peter Petersen. Joachim Becker vom ADFC schielt diesbezüglich auch ein bisschen neidisch auf die Radstation am Bergedorfer Bahnhof. Dort können Fahrräder nicht nur geparkt werden, sondern werden bei Bedarf auch noch repariert. „Zugegeben, das wäre für Reinbek vielleicht ein bisschen hochgegriffen, aber träumen darf man ja“, sagt er. Beim letzten Pflanzenmarkt am Reinbeker Schloss hatte Andreas Kwasniok jedenfalls flugs 100 Unterschriften für eine Fahrradbox am Bahnhof zusammen. „Der Bedarf ist eindeutig da“, betont er.