Reinbek (kb).

Moderieren, mit allen reden und sie ins Boot holen

Bürgervorsteher Christoph Kölsch (53, CDU) will für jeden Reinbeker auf der Straße ansprechbar sein

Reinbek (kb).  Ganz oben auf der Agenda des neuen Bürgervorstehers, Christoph Kölsch (53, CDU), stehen alte Reinbeker Themen. „Ich will die neue Feuerwehr. Die ist ein Muss. Wir dürfen uns dabei nicht länger im Weg stehen“, sagt er und baut auf Unterstützung der gesamten Stadtverordnetenversammlung, die ihn jüngst einstimmig gewählt hat. Er ist ihr Sprecher und Vorsitzender. Er ist der Ansprechpartner für Bürger, lädt zu Einwohnerversammlungen ein und vertritt die Stadt gemeinsam mit dem Bürgermeister bei öffentlichen Anlässen.

Zwar ist Kölsch erst im Oktober in die Stadtvertretung nachgerückt, kennt aber die Abläufe gut. Denn er ist seit 2013 als bürgerliches Mitglied für die CDU-Fraktion im Bauausschuss tätig. „Ich bin trotzdem gespannt, was auf mich zukommt. Erst einmal muss ich das Prozedere als Vorsitzender der Stadtvertretung verinnerlichen. Ich weiß auch noch nicht, wie viel Zeit die repräsentativen Pflichten in Anspruch nehmen“, sagt er. Allerdings müsse das mit der Berufstätigkeit vereinbar sein, sagt der Versuchsingenieur. Deshalb hat er auch zwei Stellvertreter. „Mit Anke Wiener (Grüne) hab ich schon gesprochen, das Gespräch mit Professor Fleischer (SPD) steht noch aus“, sagt er.

Kölsch tritt das Amt mit Überzeugung an. „Ich lebe gern in Reinbek und möchte der Stadt etwas zurückgeben. Zudem sollte ein Bürgervorsteher die Bevölkerung widerspiegeln. Die meisten sind berufstätig, ich auch“, sagt er, und damit steht er für den beginnenden Generationenwechsel im Stadtparlament.

Gebürtig ist Christoph Kölsch Saarländer. Nach dem Abitur verpflichtete er sich für zwölf Jahre und studierte an der Bundeswehr Uni in Wandsbek Maschinenbau, Schwerpunkt Fahrzeugtechnik. Es folgte eine Zeit als Kompaniechef eines Jägerbataillons im Saarland und dann die wissenschaftliche Mitarbeit an seiner Hamburger Uni. „Seit 1997 sind wir zurück“, sagt er.

2002 nahm er das Angebot des Bremsbelagherstellers Honeywell (nun Federal Mogul) an und zog mit seiner Frau Ulrike und den beiden Söhnen nach Reinbek. „Ich kenne Stormarn. Ich war Verbindungsoffizier zum Kreis und hatte ­enge Kontakte zu Katastrophenschutz, Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und der technischen Einsatzleitung.“

Seit 2012 ist Kölsch in der Reinbeker CDU aktiv und freut sich jetzt darauf, mit allen Fraktionen zu sprechen, zu moderieren und alle ins Boot zu holen. Das sei nötig: „Es wird einiges auf uns zukommen. Viele Aufgaben wurden immer wieder geschoben.“ Aber es gebe eine spürbare Aufbruchstimmung, auf jeden Fall in seiner Fraktion.

Kölsch plant zunächst keine Sprechstunden, sondern bittet die Reinbeker, ihn einfach – auch auf der Straße – anzusprechen. „Egal wo man mich trifft“, betont er. Auch telefonisch unter (040) 722 87 24 oder per E-Mail zunächst an christoph.koelsch@cdu-rein bek.de sei er gut zu erreichen – wenn er nicht gerade radelt, läuft oder ein Konzert besucht – von klassischer Musik über Metal in Wacken bis zu „Rundfunk“, der Band seines Sohnes. „Dann rufe ich aber schnell zurück“, versichert er.