Krankenhaus

Seelsorge in schweren Stunden

Reinbek.  Im Krankenhausalltag werden Seelsorger für Patienten und Angehörige schnell zum wichtigen Gesprächspartner. Doch was genau besprechen die Seelsorger mit den Menschen, die zu ihnen kommen? Wie spenden sie in schweren Stunden Trost und geben Zuversicht? Einblicke in die Welt der Seelsorger gibt eine Ausstellung, die noch bis zum 1. Juli (täglich 8 bis 20 Uhr) im Krankenhaus St. Adolf-Stift zu sehen ist. Die Fotos hat Fotograf und NDR-Redakteur Sebastian Fuchs gemacht. Zudem ist das Buch „Das hält! Krankenhausseelsorge. Von Nächstenliebe in außerordentlichen Situationen“ erschienen, mit Texten, Briefen von Patienten, Gedichten und vielem mehr. Es kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro am Empfang ausgeliehen werden.

Von der Freude über Genesung bis zur Sterbebegleitung

Für den evangelischen Krankenhausseelsorger Florian-Sebastian Ehlert ist die Ausstellung deshalb so wertvoll, weil sie die Vielfältigkeit seines Berufs dokumentiert. „Sie reicht von der Freude über Genesung über die Angehörigenbegleitung und Betreuung der Krankenhausmitarbeiter bis hin zur Sterbebegleitung“, erklärt Ehlert. Während eine Ordensschwester ganz aktiv ihre Hilfe im Krankenhaus anbietet, arbeitet Florian-Sebastian Ehlert zurückhaltender, vertraut darauf, dass Menschen mit Gesprächsbedarf den Weg zu ihm finden werden. Nicht selten reicht seine Hilfe und die seines katholischen Kollegen Bernhard Kassens weit über den Krankenhausaufenthalt hinaus. „Bei den meisten Menschen weiß man, wie es nach der Behandlung weitergeht. Neulich aber hatten wir eine junge Obdachlose als Patientin, da weiß man es eben nicht.“ Und dann ist der Krankenhausseelsorger auch nachher noch gefragt.