Wentorf

Partei egal: „Am Ende zählt die Idee“

Ministerpräsident zu Gast in Wentorf

Wentorf.  Der Startschuss für die Kommunalwahl am 6. Mai ist gefallen. In Wentorf hat sich der CDU-Ortsverband den prominentesten Gast des Landes eingeladen: Daniel Günther (45) präsentiere sich am Mittwochabend rund 180 Gästen aller Generationen als bürgernaher und junger Ministerpräsident.

Zuvor hatten Norbert Brackmann, MdB und Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, Meinhard Füllner, Spitzenkandidat der CDU im Herzogtum Lauenburg, und die Wentorfer Fraktionsvorsitzende Kristin Thode das Publikum zusammen mit Moderator Andreas Hein, CDU-Ortsvereinsvorsitzender, eingestimmt. Ihre Themen: Öffentlicher Nahverkehr, eine bürgernähere Verwaltung und Digitalisierung.

„Wir machen in Schleswig-Holstein gelungene Politik, hier funktioniert Jamaika“, erklärte Daniel Günther selbstbewusst. Einer der Gründe dafür sei der respektvolle Umgang miteinander. In Zeiten, in denen es keine klaren politischen Mehrheiten mehr gibt, müssten Politiker auf Ehrlichkeit und Kompromissfähigkeit setzen. „Wer welche Idee hatte, ist egal. Was zählt, ist die Lösung“, fasste er zusammen. Schleswig-Holstein werde in den kommenden Jahren deutlich besser dastehen, versprach der Ministerpräsident. Das Land will die Städte, Kreise und Gemeinden deutlich entlasten und stellt dafür ein millionenschweres Paket bereit. „Die Investitionsquote liegt bei 9,8 Prozent“, so Günther. Mindestens 90 Millionen Euro jährlich sollen in den kommenden fünf Jahren in die Straßensanierung fließen, für Schulsanierungen hat das Land 50 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt. Um die innere Sicherheit zu gewährleisten, sollen im Polizeidienst mindestens 500 neue Stellen geschaffen werden. Und für die Kitas gibt es einen detaillierten Fahrplan, der ab 2020 gilt: Bereits jetzt werden 20 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, bis 2022 sollen es 180 Millionen Euro sein. Um die Eltern weiter zu entlasten, bleibt es beim monatlichen Krippengeld von 100 Euro pro Kind.

Wie viel von diesem Geld in Wentorf tatsächlich ankommt? Diese Frage konnte auch Daniel Günther zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. „Wir erwarten, in Sachen Straßensanierungen über einen höheren Finanzausgleich Zuschüsse zu erhalten“, erklärt Andreas Hein. Geschätzt 500 000 bis 600 000 Euro benötige die Gemeinde für Instandhaltung und Sanierung der Gemeindestraßen. Bezüglich der Kita-Beiträge hofft Hein, in Zukunft die Beiträge für die Eltern zumindest stabil zu halten, vielleicht sogar senken zu können.

Dass die Wentorfer über ihren Tellerrand hinausschauen, bewiesen sie in der Diskussion, deren Bandbreite von der Abwanderung von Gewerbebetrieben über den Bau der Fehmarnbelt-Querung bis hin zum Ausbau der A 21 ging.