Wohltorf

„Klahni“ ist erste Anlaufstelle für alle

Jubiläum Die gute Seele der Wohltorfer Grundschule ist 25 Jahre im Dienst

Wohltorf.  Seit 25 Jahren ist Schulsekräterin Sabine Klahn die „gute Seele der Schule“. „Ich fahre noch jeden morgen gerne zur Arbeit“, sagt die 55-jährige mit einem fröhlichen Lachen, „das Umfeld und die Kollegen sind nett“. Die kleine Schule, an der aktuell 180 Kinder von elf Lehrern unterrichtet werden, liegt idyllisch am Ende einer Sackgasse ganz in der Nähe der Bille.

Wer glaubt, die Aufgaben von Sabine Klahn seien ein reiner Bürojob, irrt gewaltig. „Ich mache zwar hier viel Verwaltungsarbeit, bin aber auch mitverantwortlich für die Betreuung nach der Schule und für die Kinder im Hort“, sagt sie.

Ihr Büro neben dem Eingang ist die erste Anlaufstelle für alle. In der Schreibtischschublade liegen Pflaster und Kühlpacks. „Ich muss auch oft Trost spenden“, erzählt die Sekretärin, die von den Kindern liebevoll „Klahni“ genannt wird. Wenn Tränen fließen, nimmt sie ihre kleinen Schützlinge in den Arm und hört sich an, wo der Schuh drückt.

Im Schulalltag hat sich viel verändert, seit Sabine Klahn ihren Job begonnen hat: „Die Kinder sind heute unruhiger und die Eltern erfolgsorientierter.“ Nach der Schule stehen Sport und Musikunterricht auf dem Plan. Viel Zeit zum Spielen bleibe oft nicht.

Sabine Klahn wohnt im benachbarten Krabbenkamp und hat in einem Vierteljahrhundert mindestens 1000 Kinder durch die Schule begleitet. „Heute sind hier Kinder, deren Eltern ich aus meiner Anfangszeit noch als Grundschulkinder kenne“, sagt die Mutter von 28-jährigen Zwillingen. „Mein eigener Sohn ist gleich am ersten Schultag hier aus der Klasse geflogen, weil er laut war“, erinnert sie sich. Obwohl ihr Filius sich hinter den Jacken auf dem Flur versteckt hat, entdeckte sie ihn. Dann gab es Ärger.

Manchmal musste sie auch schnell handeln. „Ein Mädchen hatte sich auf die Knie gesetzt, ist nach hinten unter der Lehne durchgerutscht und steckte fest.“ Samt Stuhl wurde das weinende Kind ins Büro getragen. Sabine Klahn ließ den Hausmeister mit der Stichsäge kommen. Die Kleine wurde befreit.

Ein anderes Kind war im Winter auf dem Nachhauseweg in die Bille gefallen und stand tropfnass vor Sabine Klahns Haustür. Nach einem kurzen Anruf bei der Mutter hat sie das frierende Kind in die Badewanne gesteckt.

Genauso lange wie die Schulsekretärin an der Schule arbeitet, steht die Einrichtung in ihrem Büro. Jetzt werden die grünen Schränke und der braune Teppich endlich ausgemustert und Sabine Klahn kann sich auf neue Möbel freuen. Und die werden sicher moderner sein als der Schreibtisch, den die Kollegen ihr zum Jubiläum dekoriert haben: darauf standen eine mechanische Schreibmaschine und ein Telefon mit Wählscheibe.