Bildung

64 Tablets machen jetzt am Mühlenredder Schule

Die Lehrer Amrei Rosin und Benjamin Begemann entwickeln das Medienkonzept für den Einsatz der iPads im Unterricht

Die Lehrer Amrei Rosin und Benjamin Begemann entwickeln das Medienkonzept für den Einsatz der iPads im Unterricht

Foto: Anne Müller / BGZ

Reinbek. Land fördert Einsatz neuer Medien im Unterricht– Auch GS Mühlenredder ist jetzt eine digitale Modellschule.

Reinbek.  . Wenn Amrei Rosin und ihr Kollege Benjamin Begemann das Lehrerzimmer verlassen, haben sie zurzeit meist schweres Gepäck dabei. Mit dem Rollkoffer geht es allerdings nicht auf Reisen, sondern in den Mathe-, Religions-, Musik- oder Deutschunterricht. Die schlichte gepolsterte Alu-Box hat es in sich. 32 nagelneue iPads läuten in der Gemeinschaftsschule digitale Zeiten ein. „Sobald der Haushalt der Stadt freigegeben ist, kommen 32 weitere dazu“, sagt Schulleiter Dirk Böckmann. Der Pädagoge hatte für die Schule Geld vom Land (16 000 Euro) eingeworben. Die Stadt zahlt 30 000 Euro dazu. Die GS Mühlenredder ist eine von gut 100 Modellschulen für digitales Lernen im Land Schleswig-Holstein.

Böckmann, der auch Mathematik an der Schule unterrichtet, hat mit den iPads bereits gute Erfahrungen gemacht. „Damit können zum Beispiel Funktionen sehr schnell und einfach im Koordinatensystem visuell dargestellt werden. Das ist mit Anwendungsprogrammen (Apps) möglich, die auf den Tablets installiert werden“, erklärt er. Das Angebot an Tutorials (Erklärvideos) im Internet sei vielfältig und biete den Schülern im Unterricht einen individuellen Zugang zu den Themen. „Da alle iPads über unser WLAN mit dem Internet verbunden sind, können die Schüler jederzeit auf diese und alle weiteren Angebote zugreifen.“

Das haben auch die Schüler Angelie Heer und Nils Meyer im Deutschunterricht ausprobiert. „Wir können durch Videos Unterrichtsinhalte wiederholen und visualisieren. Das ist sehr hilfreich“, sagt Nils Meyer (18).

Für den optimalen Einsatz der iPads sind Amrei Rosin und Benjamin Begemann zu Medienexperten weitergebildet worden. „Das Angebot von Apps ist riesengroß. Ihre Aufgabe ist es, die guten herauszufiltern und ein Medienkonzept für den Einsatz im Unterricht zu erstellen.“

Ganzes Orchester im Unterricht

Und in den Genuss sollen alle 675 Schüler kommen. „Wir haben keine speziellen iPad-Klassen. Von vier Stunden Mathe in der Woche komme zum Beispiel in einer das iPad zum Einsatz. Gut 20 Stunden in der Woche werden bereits mit den digitalen Geräten abgehalten.

Die Möglichkeiten sind unerschöpflich: So haben Schüler im Musikunterricht mithilfe der Apps einen Stummfilm vertont. Diverse Instrumente können geladen werden. Und der intuitiv mit den Fingern bedienbare Bildschirm kann Steuerzentrale für Orgel, Gitarre, Bass, Schlagzeug oder ein ganzes Orchester sein. Da tun sich ganz neue Dimensionen im Unterricht auf, mit denen die Schüler ihre Fähigkeiten entdecken können.

Eine schulinterne Umfrage zeigt, dass 45 Prozent sich durch den häufigen Einsatz von Lernprogramm, Videos oder Anwendungssoftware mehr Interesse an Unterrichtshemen versprechen. Knapp 50 Prozent nutzen ein Smartphone zu Hause, um für die Schule zu lernen.

Um das Lernen mit digitalen Medien an den Schulen vor Ort zu entwickeln, wurde 2015 das Projekt „Lernen mit digitalen Medien“ gestartet. Das Ministerium für Schule und Berufsbildung in Schleswig-Holstein stellte dafür im Jahr 2017 erneut 700 000 Euro bereit. Die in dem Projekt ausgewählten Modellschulen bilden den Kern eines Netzwerkes von Schulen zur Weiterentwicklung des Lernens mit digitalen Medien in Schleswig-Holstein.