Schmuck

Im Perlenrausch auf glitzerndem Expansionskurs

Ajola Zwei Schwestern lassen Schmuck leuchten

Wentorf.  Ein Anruf aus Peking hat bei Babett Grüschow einen wahren Perlenrausch ausgelöst: „Du musst unbedingt kommen“, sagte ihre Schwester, die mit Mann und Kindern nach China gezogen war. Die Wentorferin hat die Einladung angenommen und erinnert sich an den ersten Einkaufstag in einem riesigen Kaufhaus, in dem Hunderte Händler ihre Stände aufgebaut hatten. „Auf mehreren Etagen gab es Süßwasserperlen, Silberelemente, Steine und exotische Stoffe. Je höher man kam, desto teurer wurden die Materialien.“ Das überbordende, glitzernde Angebot hat die ohnehin kreative 56-Jährige neu inspiriert.

Der Zeitpunkt war ideal, die beiden Kinder erwachsen. Zusammen mit ihrer Schwester Birka Landwehr (51) gründete sie vor zehn Jahren die Schmuckfirma Ajola. Ihre Entwürfe kamen so gut an, dass das Perlenparadies unter dem Markenzeichen der Libelle stetig auf Wachstumskurs ist und seit zwei Jahren auch einen Online-Shop hat. „Meine Schwester liefert das Material, hält den Kontakt zu Händlern und Handwerkern vor Ort und pflegt die Bilder ein.“

Zwölf bis 15 Pakete voller Perlen und Schmuck aus China holt Babett Grüschow im Jahr vom Zollamt in Mölln ab. „Shanghai Diva“, „Sieben Köstlichkeiten“ oder „Traumreif“ heißen die Armbänder, Halsketten oder Schlüsselanhänger, die an die Kunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Italien weiterverschickt werden. Die Hauptklientel sind gewerbliche Kunden – Boutiquen oder Museumsshops.

Zu Beginn ihrer Selbstständigkeit war die Wentorferin noch hauptsächlich auf Kunsthandwerkermärkten vertreten. „Das machen wir nur noch zwei- bis dreimal pro Jahr, um den Kontakt zu den Kunden nicht zu verlieren“, sagt Grüschow, die auch Mitglied im Verein Kunst und Kultur ist. „Die Resonanz zeigt, dass wir mit unseren Entwürfen den Geschmack vieler Frauen treffen.“

In ihrer Werkstatt, ein kleines Zimmer im Einfamilienhaus, entwirft sie die Prototypen. Gefertigt werden diese dann in China. Gerade verschweißt sie die Enden eines neuen Armreifs, ein in sich gedrehter Kunststoffstrang. Die Idee dazu entstand auf einer Party. Das neue Modell ist puristisch im Vergleich zum aktuellen Verkaufsschlager: kunterbunte Ketten und Anhänger aus Licht-reflektierenden Perlen. Die in Japan entwickelten Miracle Perlen bestehen aus robusten Kunststoffkugeln. „Diese werden silberfarben grundiert und dann mehrfach mit einer Farbe lackiert, die reflektierende Partikel enthält“, erklärt Grüschow. Etwa 5000 Stücke wurden schon hergestellt, seit die Schwestern sie vor acht Jahren auf einer Messe in Paris entdeckten.

Die gelernte Filmkopienfertigerin hat ihr Hobby erfolgreich zum Beruf gemacht: „Schmuck hat mich schon seit der Kindheit fasziniert.“ Bereits als 14-Jährige hatte sie gern experimentiert und Emaille-Anhänger aus Pfennigen kreiert.