Fotografie

Fotograf zaubert Fische in den Himmel

Reinbek. Markus Faust betrachtet gern die Dinge, wie man sie eigentlich nicht sieht. "Die Schönningstedter Mühle ist schon Hunderte Male fotografiert worden. Ich wollte sie einmal anders zeigen". sagt der 43-Jährige.

Der Fotograf Markus Faust wohnt mit seiner Familie, Katze und Bartargame ganz in der Nähe in einem Jugendstilhaus wohnt. Zwei Tage hat er gebraucht, bis der richtige Moment da war, um seine Idee mit der Kamera umzusetzen. „Ich bin immer wieder mit der Leiter hingegangen, mal stimmte das Licht nicht, mal war der Himmel nicht blau genug“, erinnert er sich. Jedes Detail muss stimmen: „Wenn ich ein Bild im Kopf habe, beiße ich mich fest.“ Mit dem Foto der Mühle hat er einen Reinbeker Wettbewerb gewonnen. Seitdem ziert es die Internet-Seite der Stadt.

Das schnelle Knipsen ist nicht die Sache des kaufmännischen Angestellten. Er nimmt sich Zeit für seine Bilder, die erst im Kopf entstehen und dann vor Ort komponiert werden. Als erste Spielwiese hatte sich der Hobby-Fotograf die Speicherstadt ausgesucht. „Ich bin immer nachts auf die Pirsch gegangen.“ In der Stille, ohne Telefon und Menschenmassen, konnte er am besten abschalten. Einmal die Woche, bis zur blauen Stunde, die das Hafenpanorama in ein verzaubertes Licht taucht, hat er besondere Momente festgehalten. Meist mit Stativ und langen Belichtungszeiten. So zieht sich das Licht einer Barkasse wie ein roter Faden durch das Fleet. Für das Bild mit einer dreiminütigen Belichtungsdauer benutzte er einen Fernauslöser, „damit nichts verwackelt.“

Angefangen hat alles im Sommer 2009 mit einer analogen Kamera zum „Schnuppern“. Inzwischen hat er zwei digitale Spiegelreflexkameras, vier Objektive, Software, diverse Lampen und Blitzgeräte. Das technische Know-how hat sich der fotobegeisterte Schönningstedter in Volkshochschulkursen angeeignet. „So langsam kristallisieren sich doch Vorlieben heraus wie die Nachtfotografie, monochrome Umsetzungen und auch die Aufnahme von Menschen, ob Porträts oder spontane Situationen.“ In fünf Alben, auf einer externen Festplatte und auf vielen Postern sind seine Arbeiten inzwischen verewigt. Und natürlich auf Papier. „Als Mitarbeiter der Papier-Union liebe ich dieses Medium.“

Zurzeit sucht er nach neuen Projekten oder Herausforderungen für seine Fotoausflüge, für Web-Gestaltungen, Architekturaufnahmen oder Präsentationen. Seine eigene Internetseite ( www.markus-faust.de ) hat er professionell gestaltet. „Fotografie ist für mich wie eine Reise der Sinne. Statik, Emotionen, Natur und bewusste Abwandlungen als Ausdrucksform.“