Hausbrand

Mutter rettet sich und ihre Kinder aus Feuer

Reinbek. Dramatische Minuten Montagabend am Robinienweg in Reinbek. Ein Schuppen steht in hellen Flammen, das Feuer greft auf das Wohnhaus über. Die Bewohner retten sich durch ein Fenster ins Freie.

Angekokelte Dachziegel stapeln sich auf dem gepflegten Rasen vor dem Einfamilienhaus, Brandgeruch liegt in der Luft. Der Schock steht Melanie Fischer gestern Morgen ins Gesicht geschrieben. Dramatische Szenen haben sich am Abend zuvor in der idyllischen Neubausiedlung am Robinienweg abgespielt. Die 38-jährige Hausbesitzerin war gerade im Obergeschoss im Schlafzimmer, als sie plötzlich von draußen Schreie hörte, sie solle sofort das Haus verlassen. Nachbarn hatten das Feuer gegen 22 Uhr bemerkt, sofort reagiert und die junge Familie alarmiert. Sie weckte ihre drei Kinder, einen elfjährigen Jungen und zwei siebenjährige Zwillingsschwestern. Über das Badezimmerfenster flüchteten sie ins Freie.

Hinter dem Rotklinkerhaus schlugen die Flammen in die Höhe. In der Leitstelle liefen mehrere Notrufe von Anwohnern ein, die ein großes Feuer meldeten. Ein Aufgebot von 50 Helfern aller drei Ortswehren aus Alt-Reinbek, Ohe und Schönningstedt rückte zur Einfamilienhaussiedlung am Robinienweg in Neuschönningstedt aus.

„Nur zwei Minuten später und es wäre vielleicht zu spät gewesen. Es war die Rettung des Gebäudes in letzter Sekunde“, sagt der Oher Wehrführer Oliver Selke. Dank des schnellen Eingreifens der Nachbarn wurde niemand verletzt. Das hat die junge Familie in erster Linie dem 69-jährigen Nachbarn zu verdanken, der mehrfach gegen die Fenster gehämmert hatte, um sie zu warnen. Sogar die Katze „Frida“, die sich aus Schreck in den Keller geflüchtet hatte, konnte unversehrt gerettet werden.

Der Schuppen am Haus brannte in voller Ausdehnung, als die Feuerwehr eintraf. Die Flammen hatten schon auf das Dach des Wohnhauses übergegriffen. Fensterscheiben zerbarsten. Vergeblich hatte ein weiterer Nachbar versucht, das Übergreifen mit seinem Feuerlöscher zu verhindern. Er hatte jedoch keine Chance. Und spontane Nachbarschaftshilfe leistete auch ein Dachdecker, der die Schäden im Dach notdürftig ausbesserte, um Folgeschäden durch Regenfälle in der Nacht zu verhindern.

Die Freiwilligen Feuerwehren bekamen den Brand schnell unter Kontrolle, Entwarnung konnte um 23.15 Uhr gegeben werden.

Der Schuppen, rund drei Mal drei Meter groß, war komplett heruntergebrannt. Darin befanden sich ein Rasenmäher, Fahrräder, ein Grill sowie diverse Kinderspielsachen. In einem Bereich des Hausdaches sind Balken verkohlt, mehrere Reihen Dachpfannen mussten von den freiwilligen Helfern der Wehren abgetragen werden. Neben zersprungenen Fenstern war eine Gaube in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Mercedes Benz, der am Schuppen geparkt war, hat Totalschaden. Zum Glück ist das Haus weiter bewohnbar. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf knapp 20?000 Euro.

Der Familienvater war auf Geschäftsreise und stand gestern erschüttert vor den Resten des abgebrannten Schuppens, in denen Brandermittler nach Spuren suchten, die Hinweise auf die noch ungeklärte Ursache des Feuers geben könnten. Die Kriminalpolizei in Reinbek hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, die Ermittlungen dauern noch an.