Bergedorf.

Energiewende bei den VHH

Werkstatt für Elektrobusse eröffnet – Strom aus dem Windpark

Bergedorf..  „Es ist ein großartiger Moment, mit einer kleinen Inszenierung dieses Haus einzuweihen“, bekannte Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher (SPD) gestern bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH). Gemeinsam mit VHH-Geschäftsführer Toralf Müller war er zuvor zu Rockmusik der Red Hot Chili Peppers samt Lichtshow über den roten Teppich in die nagelneue Elektrobus-Werkstatt des Linienbus-Unternehmens am Curslacker Neuen Deich geschritten.

„Alle reden von E-Mobilität, aber hier in Norddeutschlands erster Elektrobus-Werkstatt wird sie Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt“, begeisterte sich Tschentscher. Dabei unterstrich der Bürgermeister, dass der Strom für die VHH-Busse am Standort Bergedorf unmittelbar vom benachbarten Windpark Curslack bezogen werden soll. „Es handelt sich also um ortsnahen, regenerativen Strom. So führen wir vor Augen, was mit Energiewende gemeint ist.“

Zehn Millionen Euro haben die VHH in die moderne Werkstatt investiert, die speziell auf die Wartung und Instandsetzung von Elektrobussen ausgelegt ist. Das Gebäude ist imposant: Der 2700 Quadratmeter große und zehn Meter hohe Hallenbau hat insgesamt fünf Busspuren. Zusätzlich erlauben Dacharbeitsplätze und eine Kranbahn das Arbeiten an den elektrischen Dachkomponenten der Busse.

Bis Ende dieses Jahres sollen zehn Elektrobusse des Herstellers Sileo aus Salzgitter vom Bergedorfer Betriebshof aus verkehren. Dabei handelt es sich um den zweiten Anlauf der VHH, ihre Flotte zu elektrisieren. Zwei Testfahrzeuge eines belgischen Herstellers wurden im vergangenen Jahr dorthin zurückgegeben, weil es beim Ladevorgang massive technische Probleme gegeben hatte.

In der gut 50 mal 50 Meter große Halle mit Werkstatt, Lackierhalle, Büros, Schulungs- und Sozialräumen werden nicht nur die neuen E-Busse, sondern auch die konventionellen Dieselbusse repariert und gewartet. Daher sind die fünf Arbeitsspuren nicht nur mit Trafos und Ladestationen, sondern auch mit Abgas-Absauganlagen ausgestattet. Zwar wollen die VHH ab dem kommenden Jahr nur noch Neufahrzeuge mit E-Antrieb erwerben. „So ein Bus hält aber zehn Jahre oder länger“, sagt Betriebsleiter Thomas Dreher. „Daher haben wir hier noch mindestens bis 2030 mit Dieselfahrzeugen zu tun.“

In den kommenden Wochen wird das Bergedorfer Busdepot mit einer modernen Ladeinfrastruktur ausgestattet. Das polnische Unternehmen Ekoenergetyka liefert dafür die ersten 16 Ladepunkte mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt. Der weitere Ausbau erfolgt schrittweise und parallel zur Beschaffung weiterer E-Busse.