Wohnungskonzern

Zu viel Protest: Vonovia will weniger modernisieren

Bergedorf/Geesthacht..  „Saniertes Wohnglück“ – so bewirbt Vonovia aktuell eine Wohnung an Geesthachts Wandsbeker Ring. Solche Slogans könnten künftig seltener werden, wie Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender des Dax-Konzerns gestern klarmachte. Er kündigte an, dass Vonovia ab sofort die Investitionen in energetische Sanierungen in Deutschland um 40 Prozent reduzieren werde, weil es eine „dramatisch zurückgegangene“ gesellschaftliche Akzeptanz für die Sanierungen gebe, die teils mit deutlichen Preissteigerungen bei der Miete verbunden sind. Die 1,3 bis 1,6 Milliarden Euro Gesamtinvestitionen wolle sein Unternehmen lieber dort tätigen, wo die Akzeptanz höher sei – etwa in Schweden, wo Vonovia 14.000 Wohnungen bewirtschaftet.

Die Vonovia SE ist Deutschlands größter Wohnungskonzern, bewirtschaftete im ersten Halbjahr 2018 rund 400.000 eigene sowie mehr als 80.000 Wohnungen anderer Eigentümer. Große Bestände gibt es auch rund um Hamburg (20.095 Wohnungen). Nach Angaben von Sprecher Max Niklas Gille hält Vonovia rund 1500 Wohnungen in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn. Ob in der Region sofort Sanierungen gestoppt werden, sei noch nicht klar.

Die Genossenschaft Neue Lübecker wird da deutlich. Sie hält in Geesthacht 397 Wohnungen, hat 53 Wohnungen saniert und will 157 in den nächsten fünf Jahren noch sanieren. „Als Genossenschaft halten wir nichts von pauschalen Rundumschlägen und unpassenden Vergleichen zwischen internationalen Standorten, wie sie jetzt Herr Buch geäußert hat“, betont Sprecherin Nadine Hofmann. Allerdings mache die Gesetzgebung oft die Sanierung unrentabel, was energetischen Zielen zuwider laufe.

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