Reinbek

Asbest-Alarm: Reinbek schließt Schulzentrum

Sanierungsfall 700 Kinder auf andere Gebäude verteilt

Reinbek. . Nachdem in zwei Klassenräumen überraschend hohe Konzentrationen von Asbestfasern in der Raumluft gemessen wurden, hat die Stadt Reinbek das Schulzentrum am Mühlenredder geschlossen. Mehr als 700 Schüler müssen anderweitig untergebracht werden. So werden für heute geplante Klausuren im Sitzungssaal des Rathauses geschrieben. Zudem wird auf Container und Räume der gegenüberliegenden Grundschule ausgewichen. Auch die Freiwillige Feuerwehr hat Räume angeboten.

Zwischen 1000 und 3600 Asbestfasern pro Kubikmeter Raumluft waren bei Messungen in Vorbereitung auf eine anstehende Sanierung des Gebäudes aus den 1970er-Jahren festgestellt worden. Nachdem die Ergebnisse Dienstagnachmittag im Rathaus vorlagen, hatte Bürgermeister Björn Warmer die Schließung der Gemeinschaftsschule und der Amalie-Sieveking-Schule verfügt: „Es gibt ein Sammelsurium an Grenzwerten, die es uns nicht ermöglichten in der Kürze der Zeit die mögliche Gesundheitsgefährdung einzuschätzen.“

Jetzt laufen die Messungen auf Hochtouren, damit möglichst schnell Werte aus allen gut 65 Räumen des Schulzentrums vorliegen. Parallel ist ein Schadstoffingenieur vor Ort, um Sanierungsempfehlungen zu geben. „Wir haben noch keine Begründung, warum die Werte in der Raumluft so hoch sind“, sagt Warmer, der beunruhigten Eltern größtmögliche Transparenz verspricht. Unter anderem informiert die Stadt im Internet.

Dass in dem Schulzentrum Asbest verbaut ist, war kein Geheimnis. Allerdings ging man bisher davon aus, dass die Fasern in sogenannten Glasalplatten der Innenfassaden fest gebunden sind. In den 1980er-Jahren seien alle Schulen in Reinbek auf Asbest untersucht worden. Die Werte aus Raumluftmessungen in der Gemeinschaftsschule seien unauffällig gewesen. „Sie lagen um die 100 Fasern pro Kubikmeter“, sagt Sven Noetzel, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Umwelt. In Verdacht steht auch der Fensterkitt. Überlegt wird nun, in einem Klassenraum mögliche Asbestquellen testweise zu versiegeln.“

Die Untersuchung wird noch mindestens die kommende Woche andauern. Warmer rechnet nicht damit, das Schulzentrum vor dem 17. Dezember wieder öffnen zu können. Sollten auch in anderen Räumen die Werte nicht weit unter 1000 Fasern pro Kubikmeter Luft liegen, steht die Stadt vor einer großen Herausforderung. Seite 17

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