Ratzeburg/Bad Oldesloe

Autodiebe richten Millionen-Schaden an

Stellten die Kriminalstatistik 2017 vor: Polizeisprecherin Rena Bretsch, Kriminaloberrat Hans-Jürgen Köhnke (Leiter Kriminalinspektion Bad Oldesloe) und Jürgen Funk, Leitender Polizeidirektor der Polizeidirektion Ratzeburg (v.li.)

Stellten die Kriminalstatistik 2017 vor: Polizeisprecherin Rena Bretsch, Kriminaloberrat Hans-Jürgen Köhnke (Leiter Kriminalinspektion Bad Oldesloe) und Jürgen Funk, Leitender Polizeidirektor der Polizeidirektion Ratzeburg (v.li.)

Foto: Gerrit Pfennig / BGZ

Kriminalstatistik Kreis Stormarn im Fokus – Auch bei Betrugstaten

Ratzeburg/Bad Oldesloe.  In Schleswig-Holstein sank 2017 die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent (wir berichteten) – doch das gilt nicht für den Bereich der Polizeidirektion (PD) Ratzeburg, die für die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg zuständig ist. Hier gab es einen Zuwachs von zwei Prozent auf 23 716 Straftaten. Während das Lauenburgische einen Rückgang um einen Prozent verzeichnete, stieg in Stormarn die Zahl der Straftaten um 4,4 Prozent.

Eine wesentliche Ursache für diesen Anstieg sind Autodiebstähle, deren Zahl im Gesamtbereich der PD um 58,8 Prozent anstieg. In Stormarn wurden 215 Autos entwendet (2016: 137). Der Wert der Wagen lag bei 6,8 Millionen Euro, für die ganze PD lag er bei 10,3 Millionen Euro. Während im Lauenburgischen die gestohlenen Autos durchschnittlich 23 800 Euro wert waren, waren es in Stormarn 31 600 Euro – darunter Modelle von BMW, Mercedes und Co. mit einem Wert von über 100 000 Euro.

Hans-Jürgen Köhnke, Leiter der Kriminalinspektion Bad Oldesloe, erklärt dies vor allem mit der guten wirtschaftlichen Lage: „Der Kreis Stormarn lag bei der Kaufkraft deutschlandweit zuletzt auf Platz 17.“ Dies wüssten auch die Autodiebe. Mehrfach hat die PD in den vergangenen Monaten bereits Großkontrollen zum Thema Autodiebstahl organisiert. Ob dies langfristig für einen Rückgang bei diesen Taten sorgen wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Besorgniserregend sind laut PD Ratzeburg auch die Betrugstaten in Stormarn, die von 1197 auf 1757 stiegen. Neben Betrugsformen wie Schwarzfahren fielen hierunter auch 147 Fälle von Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen, die eine Hersteller-Firma aus Ahrensburg beträfen. Zudem sei Stormarn ein Schwerpunkt bei Betrug und Betrugsversuchen durch falsche Polizisten. Landesweit stieg die Zahl der angezeigten Fälle in nur einem Jahr von 152 auf 649, und mehr als die Hälfte dieser Fälle (347) wurden auf dem Gebiet der PD Ratzeburg registriert. Das Problem: Die Hintermänner rufen meist vom Ausland aus an und geben vor, Polizisten zu sein. Die Opfer werden aufgefordert, einem Kurier Wertsachen oder Geld zu übergeben. Ein Mann in Ahrensburg hat einem solchen Kurier im Jahr 2016 insgesamt 250 000 Euro übergeben.

Unter anderem solche schwer zu ermittelnden Straftäter im Ausland führen zu einer Aufklärungsquote, die in Stormarn zwar um 1,1 Prozentpunkte auf 44,7 Prozent stieg, aber deutlich unter dem Landesschnitt von 53,9 Prozent bleibt. „Erfreulich ist für uns aber der Rückgang bei den Einbrüchen“, betont Jürgen Funk, Leitender Polizeidirektor in Ratzeburg. 2017 gab es in Stormarn 675 Wohnungseinbruchsdiebstähle und 262 Tageswohnungseinbrüche – die niedrigsten Werte seit über zehn Jahren.