Geesthacht/Kiel.

Eltern fordern eine Woche Skiferien

Petition Bisher über 1500 Stimmen aus Stormarn und Lauenburgischem

Geesthacht/Kiel.. Eltern im Norden gehen auf Stimmenfang: Per Online-Petition suchen sie Unterstützer für eine Umstrukturierung der Ferienzeiten in Schleswig-Holstein. Konkret: Sie fordern eine bessere Verteilung der freien Zeit und Ski- beziehungsweise Winterferien, wie die Nachbarn aus Hamburg sie bereits haben – ein Ansatz, der stündlich mehr Zustimmung erfährt. Über 6100 Personen haben bis gestern bereits auf der Internetplattform „openpetition“ für die Änderungen geklickt – 810 davon aus dem Herzogtum Lauenburg und 768 aus dem Kreis Stormarn.

„Die Zeit von Weihnachten bis zu den Osterferien ist für die Kinder eine sehr lange Strecke. Wir beobachten in dieser Zeit einen richtigen Leistungsknick“, sagt Torsten Seidl, Elternvertreter an der Geesthachter Buntenskampschule. Damit nimmt der Vater von zwei Kindern ein Hauptargument der Initiatoren der Online-Petition auf, das auch der Blick in den Kalender bestätigt: Zwischen Schuljahresbeginn, der immer Ende August bis Anfang September ist, und den Herbstferien liegen oft nur sechs Wochen Unterricht – die Kinder lernen dann also gerade einmal so lange, wie sie zuvor Sommerferien hatten. Zwischen den Herbstferien, die dieses Jahr aufgrund beweglicher Ferientage drei statt wie üblich zwei Wochen lang sind, und den Weihnachtsferien liegen 2018 neun Wochen Unterricht. Mit sehr viel längeren Lernphasen müssen Schleswig-Holsteins Schüler dann in der zweiten Schuljahreshälfte klarkommen: Zwischen Weihnachts- und Osterferien liegen 2018 zwölf Wochen, zwischen Oster- und Sommerferien erneut zwölf Wochen.

Dazu, wie eine Entzerrung der zweiten Schuljahreshälfte aussehen könnte, gibt es mehrere Vorschläge. Die Unterstützer der Petition wollen für eine Woche Winterferien Ende Februar/Anfang März weder auf bestehende Ferien verzichten noch die 75 Ferientage, die jedem Bundesland zustehen, aufstocken. Stattdessen sollen bewegliche Ferientage umverteilt, neuer Freiraum im Frühjahr geschaffen werden. Elternvertreter Torsten Seidl könnte sich auch eine Verkürzung der Sommerferien auf vier Wochen zugunsten von Skiferien vorstellen – ein Vorschlag, der nicht bei allen Geesthachter Elternbeiräten und Lehrern auf Zustimmung trifft. Und auch das Kieler Bildungsministerium schlägt angesichts eines 2012 gescheiterten Modellversuchs und enger Rahmenbedingungen für die Verteilung der Ferientage im Land kritische Töne an (Seite 17).
Im Herzogtum Lauenburg leben rund 12 500, im Kreis Stormarn rund 14 200 schulpflichtige Kinder- und Jugendliche. Bis zum 15. März – also fast auf den Tag genau bis zum Ende der Hamburger Skiferien am 16. März – kann unter https://www.openpetition.de/petition/online/winterferien-fuer-schleswig-holstein noch abstimmt werden.