Verwilderte Tiere

Katzenplage: Tierschützer fordern Kastrationspflicht

Geesthacht.  Über zwei Millionen verwilderte Katzen soll es in Deutschland geben – in Schleswig-Holstein schätzen Tierschützer die Zahl auf 75 000. Auch im Südkreis des Herzogtums Lauenburg gibt es dieses sogenannte Katzenelend. Ein Problem, das sich buchstäblich fortpflanzt und damit potenziert.

Dagegen kämpfen in Lauenburg seit vier Jahren die Lauentown Katzenfreunde, ein Zusammenschluss von ehrenamtlichen Helfern. Seit 2013 haben sie gut 200 verwilderte Tiere kastrieren lassen. „Das Tierheim in Geesthacht hat die Kosten übernommen, weil die Stadt Lauenburg keinen Handlungsbedarf sah. Das hat sich zum Glück mittlerweile geändert“, sagt Gerda Starke von den Katzenfreunden.

In Geesthacht haben sich vor einem Jahr Tierschützer zusammengefunden. „Wir haben 40 Katzen kastrieren lassen“, erzählt Sarah Kubsch, die auch erste Vorsitzende im Tierheim ist. „Wir haben großes Glück, dass die Stadt die Kastrationskosten übernimmt“, sagt Kubsch. Zwischen 1000 und 3000 Euro sind dafür pro Jahr fällig. „Vereinbart sind 15 Katzen pro Jahr. Wenn es mehr sind, wird geschaut, ob noch Geld vorhanden ist“, erklärt Michael Zühlke, stellvertretender Stadtsprecher.

Große Probleme gibt es im Amt Schwarzenbek-Land mit seinen 19 Gemeinden, sagt Tierheimleiterin Gabriele Möller. Viele Landwirte ließen ihre Katzen nicht kastrieren.

Den Weg zur Kastrationspflicht ebnet das novellierte Tierschutzgesetz: Gemeinden können jetzt Schutzgebiete mit Kastrationspflicht ausweisen. Seite 25

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