Bergedorf.

Bergedorfer sollen per Smartphone mitentscheiden

„Smarticipate“  EU-Pilotprojekt will unkomplizierte Bürgerbeteiligung erproben

Bergedorf.. Von der Öffentlichkeit bislang weitgehend unbemerkt, soll kommenden Sonnabend, 8. Oktober, in Hamburg ein EU-Pilotprojekt starten. Besonders Menschen aus dem Bezirk Bergedorf sind eingeladen, an der Entwicklung einer App für Smartphones und Computer mitzuwirken. Ziel: Anregungen von Bürgern sollen möglichst unkompliziert auf ihre Machbarkeit überprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden.

Plandiskussionen, Podien, Mitmach-Werkstätten oder auch Bürgerbegehren und Volksentscheide, wenn die Bürger meinen, sich anders kein Gehör verschaffen zu können – Ansätze, wie Menschen auf öffentliche Vorhaben einwirken können, gibt es viele. Mit dem Pilotprojekt will die EU erproben, wie sich Bürger möglichst unkompliziert einbringen können.

Außer Hamburg nehmen die Millionenmetropolen London und Rom an „Smarticipate“ teil: Als wichtiges Mittel der Teilhabe (Partizipation) soll das Smartphone genutzt werden. Für die Entwicklung setzen die Verantwortlichen zunächst auf kleine, überschaubare Fragestellungen. „Eine Idee ist etwa, dass Bürger per Smartphone Vorschläge machen können, was anstelle gefällter Straßenbäume neu gepflanzt werden soll“, erläutert Wolfgang Charles, Grün-Chef im Bezirksamt Bergedorf.

Möglich wären auch Vorschläge für Parks oder die Frage, ob ein Areal etwa als Sport- oder Kinderspielplatz infrage käme. Später könnten Bürger per Smartphone oder Computer auch eigene Projektideen äußern und beispielsweise Vorschläge für besseren Lärmschutz oder laufende Bebauungsplanverfahren vorbringen.

Hamburg bietet für das EU-Projekt gute Voraussetzungen. „Bei uns liegen die benötigten Daten als Open Data vor. Wir können sie nutzen, um etwa sofort zu klären, ob ein bestimmter Baum für den vorgeschlagenen Standort passt oder nicht“, sagt Dr. Nicole Schubbe vom Landesbetrieb für Geoinformation und Vermessung der Hansestadt.

Engagierte Bürger wollen möglichst rasch Antwort, weiß die Projektleiterin für die Hamburger Teilnahme am EU-Pilotprojekt: „In London sind sie einen Schritt weiter. Daher wissen wir, dass den Bürgern besonders wichtig ist, möglichst schnell zu erfahren, ob ihre Idee prinzipiell umsetzbar ist oder etwa völlig irreal.“

Wäre ein Standort für die vorgeschlagene Buche zu trocken oder ein Areal für den gewünschten neuen Sportplatz zu feucht oder zu dicht an vorhandener Wohnbebauung, soll die künftige App darauf rasch hinweisen. Wenn es passt, sind danach Ämter, Behörden oder die Politik gefordert. Nicht alles, was machbar und vielleicht auch wünschenswert ist, ist auch finanzierbar.

Wer Sonnabend, 8. Oktober, von 10 bis 16 Uhr am „Smarticipate“-Auftakt mitwirken will, kann sich unter http://geoportal-hamburg.de/smartathon/ registrieren. Die Organisatoren hoffen auf bis zu 80 Teilnehmer i m Landesbetrieb Geoinfornation und Vermessung, Neuenfelder Straße 19, in Wilhelmsburg. Weitere Information per E-Mail an nicole.schubbe@ gv.hamburg.de.

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