Wohnbebauung

Hafencity-Projekt vor dem Durchbruch?

Bislang wird erst auf einer Fläche in der Geesthachter Hafencity gebaut.

Bislang wird erst auf einer Fläche in der Geesthachter Hafencity gebaut.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Lange passierte nichts am Hafenrand. Nun steht das Projekt Hafencity offenbar vor dem Durchbruch: Das erste Bauprojekt steht kurz vor der Fertigstellung, auf zwei weiteren Baustellen sollen in Kürze die Arbeiten beginnen.

Ist das der Durchbruch für die seit Jahren geplante Geesthachter Hafencity? Bauherr Züblin steht in letzten Verhandlungen mit einem Investor für das vom Baukonzern entwickelte Vorhaben. Dabei drängt die Zeit – Züblin hat den Anhandgabevertrag mit der Stadt für das Grundstück bereits verlängern müssen. Noch bis Juli läuft die Frist. Findet Züblin bis dahin keinen Investor, kann die Stadt Fläche anderweitig verkaufen.

„Wir verhandeln nur noch mit einem großen deutschen Unternehmen, das das Projekt gern für sein Immobilienportfolie hätte“, erklärte gestern Olaf Dose von Züblin. Zurzeit wird eine Vorlage für dessen Vorstand erstellt, der abschließend entscheidet. „Ziel ist, Ende Juni beim Notar die Verträge zu unterzeichnen.“ Die Verhandlungen sind bereits so weit gediehen, dass sich Züblin verpflichtet hat, mit keinen anderen Interessenten mehr zu verhandeln.

Stadt und Baukonzern hatten sich 2013 über die etwa 10 000 Quadratmeter große Fläche (Steinstraße 31-35) geeinigt. 1,5 Millionen Euro muss Züblin für das Gelände am Hafen der Stadt zahlen, wenn die Verträge umgesetzt werden. Züblin plant 80 bis 90 Mietwohnungen, die der Investor nach Fertigstellung übernehmen würde.

Das Areal stammt aus der Insolvenzmasse der Firma RES Oesterreich. Die Stadt hat es nach dem RES-Konkurs für den symbolischen Betrag von einem Euro gekauft . Anschließend wurde es zusammen mit dem Grundstück Steinstraße 49-55 mit großem Aufwand und finanzieller Hilfe des Landes saniert, von Tausenden Tonnen verölter Metallspäne befreit und planiert. Geesthacht leistete dabei einen Eigenanteil in Höhe von einer Million Euro, ist jetzt Besitzerin der sanierten Flächen.

Aus den Einnahmen muss die Stadt eine Erschließungsstraße bauen und die Promenade am Hafenrand anlegen. Entlang der neuen Straße bis zur Elbe hat Züblin-Architekt Stefan Münzesheimer dreigeschossige Gebäude geplant. Jede Wohnung soll Blick zum Wasser haben. Am Ufer soll ein Platz mit einem markanten, fünfgeschossigen Wohngebäude entstehen. Auf der rückwärtigen Fläche sind drei viergeschossige Mehrfamilienhäuser geplant. Züblin denkt an einen Wohnungsmix für Singles und Familien. Dose: „Wir würden noch im Herbst mit den Arbeiten beginnen.“ Zwei Jahre soll es bis zur Fertigstellung dauern.

„Es ist gut, dass jetzt hier auf einer großen Fläche etwas passieren könnte. Wenn tatsächlich gebaut wird, lockt das hoffentlich andere Investoren an“, sagt Bürgermeister Olaf Schulze.

Nebenan ist der Rohbau für drei Mehrfamilienhäuser mit 28 Wohnungen fortgeschritten. Fast eineinhalb Jahre wird schon gebaut. „Die Fertigstellung streben wir für Anfang 2017 an“, sagt Stefan Sadowski von der „Exklusiv Wohnbau Hamburg GmbH“. Gut 60 Prozent der Wohnungen seien bereits verkauft. Das ehemals erste Vorhaben in der Hafencity, die Bebauung des Areals der ehemaligen Ofenkeramikfabrik Bankel, soll bald die nächste Hürde nehmen. Groth Bau aus Buchholz hat sich an der Hafencity Geesthacht GmbH beteiligt. „Wir planen gemeinsam einen Baubeginn im Frühjahr 2017“, sagt Geschäftsführer Jens Nowakowitsch.

Auf der anderen Straßenseite hat die Firma Garpa auf dem Gelände des in den 1990er-Jahren stillgelegten Kalksandsteinwerkes 140 Wohnungen geplant. Vor einem Jahr präsentiert, ist das Projekt inzwischen in der Schublade verschwunden: Geesthachts Ratsversammlung hat beschlossen, dass mit Neubauprojekten mindestens 25 Prozent Sozialwohnungen oder besondere Wohnformen geschaffen werden müssen. Seite 17