Neue Behandlungsmethode

Lösliche Nierensteine

Nierensteine sind womöglich nicht so unauflöslich wie bislang angenommen. Forscher der University of Illinois in Urbana-Champaign (USA) haben herausgefunden, dass sich die Steine während ihres Entstehungsprozesses abwechselnd auflösen und weiterwachsen. Diese Entdeckung biete die Möglichkeit, nach Wirkstoffen zu suchen, mit denen sich einmal gebildete Steine direkt in den Nieren auflösen lassen, berichten sie im Fachblatt „Scientific Reports“. Zudem sei es denkbar, die Bildung von Nierensteinen vorab zu verhindern.

Die Mineralisierungsprozesse an den Steinen ähnelten denen, die man auch in der Natur finde, etwa an Korallenriffen oder römischen Aquädukten.Wie und warum Nierensteine entstehen, ist im Detail nicht verstanden. Die Nieren filtern nicht benötigte Stoffe aus dem zirkulierenden Blut heraus, die dann mit dem Urin ausgeschieden werden. Einige der im Harn vorkommenden Stoffe können Kristalle bilden, die zu Nierensteinen heranwachsen. Sehr kleine Nierensteine werden über die Harnleiter mit dem Urin ausgespült. Größere Steine können den Harnleiter verstopfen und sehr starke Schmerzen verursachen.

Die derzeitige Behandlung von Nierensteinen hängt von der Art der Steine ab. Werden sie nicht von allein aus der Niere gespült, können sie oft mit Stoßwellen zertrümmert werden. In einigen Fällen werde sie operativ entfernt, manchmal helfen auch Medikamente, kleinere Steine aufzulösen. (dpa)

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