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Jeder Zehnte leidet an Nierenschwäche

Studie Regierungen unternehmen zu wenig gegen die Erkrankung

Forscher schlagen aufgrund der hohen globalen Raten bei Nierenerkrankungen Alarm. Weltweit würden Regierungen zu wenig gegen die „stille Epidemie“ unternehmen, hieß es in einem Bericht der Internationalen Gesellschaft für Nierenheilkunde (ISN). Dabei leiden den Angaben zufolge zehn Prozent der Weltbevölkerung an einer chronischen Niereninsuffizienz (Nierenschwäche). Neun von zehn Betroffene wüssten nichts von ihrer Erkrankung.

In Deutschland leiden dem Bericht zufolge schätzungsweise 17,4 Prozent der Erwachsenen an einer chronischen Niereninsuffizienz. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen. Als chronische Niereninsuffizienz bezeichnen Ärzte das Nachlassen der Nierenfunktion, das über Monate oder Jahre langsam fortschreitet. Meist sind beide Nieren betroffen. Sie verlieren ihre Fähigkeit, Giftstoffe aus dem Körper zu filtern.

Wird die Krankheit nicht behandelt, kann es zu einem tödlichen Nierenversagen kommen. Pro Jahr stirbt weltweit schätzungsweise eine Million Menschen an Nierenversagen. „Im Anfangsstadium können Patienten mit blutdrucksenkenden Medikamenten und einer Diät behandelt werden“, sagte ISN-Präsidentin Adeera Levin. Kommt es zum Nierenversagen, sind teure Dialysebehandlungen oder Transplantationen nötig. Obwohl in reichen Staaten die Kosten für Dialyse und Transplantation hoch seien, hätten lediglich 29 Prozent dieser Länder den Kampf gegen Nierenerkrankungen zu einer Priorität erklärt, schreiben die Autoren. Dagegen sehen 59 Prozent der ärmeren Länder in den Erkrankungen ein ernst zu nehmendes Problem.

Wichtig ist laut Experten eine frühe Diagnose. Einmal zerstörtes Nierengewebe lässt sich nicht wiederherstellen. „Mangelndes Bewusstsein für Nierenerkrankungen unter Patienten und Ärzten führt dazu, dass die Nierenfunktion bereits stark eingeschränkt ist, wenn erste Beschwerden auftreten“, sagte Medizinprofessor David Johnson. „Deshalb empfehlen wir Menschen aus den Risikogruppen, ihren Hausarzt um eine Nierenuntersuchung zu bitten.“ (dpa)

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