Reisebericht – Teil 17:

Bericht 17: Von Singapur nach Indien

Singapur

"Bettenwechsel" fällt auf einer Kreuzfahrt mit der obligatorischen "Abschieds-Schmerz-Eisparade" zusammen. "Mann" kommt im dunklen Anzug - "Frau" entsprechend, aber hübscher zurechtgemacht! Ab Deck 8 und Kapitänstisch: "ALDI"-Smoking und das "kleine Schwarze"!

Holzklasse? Nur achtern am Pool: Suiten und Kugler in Prada-Jogginghose, " Gala? Gehn' wir nich' mehr hin!" oder "ick ess' beim Lido-Pizza-Mann, weißte?"

Ja, und am übernächsten Tag siehst du fremde Gesichter im Restaurant. Am Tisch, ein Hinweis-Kärtchen (Transitgäste!), damit die "Neuen" gleich wissen, wer die Pole-Position beim Service hat!" Aber da kommt kaum keiner! Weil, einige Transitgäste kreisen am ersten Abend gerne um das Salatbuffet! Verstohlen einen Blick durch die Deko auf "is mein Tisch!" werfen! Frei nach Shakespeare: "Greis oder Heiß?" Wer sitzt denn da?

Egal, wir erobern per Ausflugsbus Singapur. Oberhalb der Marina-Bay steht eine Statue des Merlion - halb Fisch, halb Löwe. Sie gilt als Symbol Singapurs. Von der kleinen Plattform bietet sich ein einmaliger Blick auf die faszinierenden modernen Bauten an der "binnenalstergroßen" Bucht. Gegenüber die spektakulären drei Türme des Marina Bay Sands Hotel. Die 200 Meter hohen Türme krönt die größte öffentliche Plattform der Welt! Das "Surfbrett" mit dem atemberaubenden Panorama und dem 150m langen Swimming-Pool war Schauplatz vieler großer Filmszenen!

Anschließend Besuch des ehemaligen Hafenviertels an der Mündung des Singapur-Flusses. Die alten Warenhäuser in den engen Straßen beherbergen heute Restaurants und Bars. Die Waterloo-Street ist Zeuge vom friedlichen Miteinander der verschiedensten Religionen: Ein chinesischer Tempel, eine jüdische Synagoge, ein Hindu-Tempel und eine katholische Kirche laden ihre Gläubigen zum Gebet ein.

Der nächste Tag führt uns in die Unterwelt: Wir lernen das perfekteste Metro-System der Welt kennen! Liebe Wirtschaftspolitiker und Bürgermeister auf Asien-Tour! Fahrt nicht mit euren Limousinen und Polizeieskorte durch diese Stadt - nehmt die U-Bahn!

Bringt uns ein paar frische Ideen mit für unser verwelktes Verkehrsnetz!

Den letzten Abend genießen wir bei einem Tea im Fullerton-Hotel! Vor uns die prachtvoll erleuchtete Marina-Bay mit dem höchsten Riesenrad Asiens, dem Singapore-Flyer!

Malaysia und Indien

In Malaysia gibt's einen Stadtbummel durch Kuala Lumpur und einen Badespaß auf der Insel Langkawi. Nachts schleicht sich die Albatros durch die "piratenlauernde" Malakka-Straße nach Sabang, der nördlichsten Insel Indonesiens. Nach einem Kurzbesuch auf Sri Lanka, wo wir Teeplantagen, Reisfelder und Tempel bestaunen, geht es weiter nach Indien. Die Fahrt nach Alt-Goa führt an ehemaligen "68er-Hippie-Buden" vorbei, bevor wir das "Rom des Orients" erreichen. Heute ist der 3. April, ein Karfreitag und die rappelvollen Kirchen und Klöster des portugiesisch und überwiegend christlich geprägten Goa´s zu besuchen, war ein besonderes Erlebnis!

Unsere Reise geht in die letzte Woche. Nach mehr als 50 000 Kilometern mit dem Schiff, nehmen wir für die letzten 5000 Kilometer den Flieger von Dubai nach Hamburg.

Unser letztes große Ziel: Das sagenumwobene und verruchte Bombay!

Heute unter dem Namen Mumbai nicht ganz so bekannt, aber es ist der bedeutendste Hafen Indiens. Die Metropolregion gilt mit 22 Millionen zu den größten der Welt und boomt als Indiens Handels- und Börsenplatz schlechthin. "Bombay glänzt auch als "Bollywood" und punktet mit einer erstaunlich florierenden Filmindustrie" verkündet unsere Stadtführerin nicht ohne Stolz. Gute Entscheidung, dass wir für dieses unübersichtliche Verkehrsgewusel den "Albatros-Bus" mit Guide gewählt haben.

So erforschen wir mit 40 Gleichgesinnten im feinsten Mercedes (!) Bus die indische Metropole. Unmittelbar am alten Hafeneingang zu Kolonialzeiten fällt als erstes das gewaltige "Gateway of India" ins Auge. Dem beeindruckenden Basaltbogen direkt gegenüber steht das berühmte Hotel Taj Mahal. Von einem steinreichen Inder 1903 gegen den Widerstand der Kolonialherren gebaut.

Auch das imposante Bauwerk des Victoria-Bahnhofs versetzt einen sofort in die englische Epoche zurück, es soll einer der größten Bahnhöfe der Welt sein. Nach dem Besuch eines Hindu Tempels und einer Markthalle kommen wir zur Wäscherei "Dhobi Ghat". Hier waschen und trocknen tausende Mitarbeiter Wäsche unter freiem Himmel – “Hygiene zum Anfassen” - man kann es sich nicht vorstellen! Wir haben es gesehen und gestaunt!

Adieu Albatros, wir sagen danke! Hast uns gut über die Meere geschippert. Tschüss, liebe bz-Leser, bis bald in der Heimat!

Margret und Dieter Sacks

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